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(24.05.2006) (ots) - Je älter Frauen werden, desto häufiger leiden sie
an einer psychischen Störung - das ist das Ergebnis einer
bundesweiten Auswertung der Krankheitsdaten der Kaufmännischen
Krankenkasse (KKH). Die Palette der psychischen Störungen ist breit.
U. a. gehören Krankheitsbilder wie Depressionen, Neurosen,
Schizophrenie, Demenz, Traumata und dauerhafte Veränderungen des
Gehirns nach Unfällen oder Tumoren dazu.
"Frauen erkranken im Vergleich zu Männern rund doppelt so häufig
an psychischen Krankheiten", so Rudolf Hauke, Vorstandsmitglied der
KKH. Lediglich bei den Kindern und Jugendlichen ist das männliche
Geschlecht häufiger betroffen. Jungs zwischen 10 und 15 Jahren leiden
fast dreimal häufiger an psychischen Störungen als Mädchen. "Aber
bereits in der Altersgruppe der 20- bis 25-Jährigen kehrt sich die
Situation um. Hier erkranken Frauen rund einen Prozentpunkt häufiger
an einer psychischen Störung als Männer", erklärt der KKH-Vorstand.
Bei Frauen, die über 80 Jahre alt sind, liegt die
Krankheitshäufigkeit bei neun Prozent. Männer sind in dieser
Altersgruppe nur zu rund sechs Prozent von einer solchen Krankheit
betroffen. "Relativ konstant", so Rudolf Hauke, "ist die
Erkrankungsrate bei Frauen und Männern im mittleren Alter: Fast sechs
Prozent der 40- bis 60-jährigen Frauen und rund vier Prozent der
Männer in diesem Alter leiden unter einer psychischen Störung." Im
Vordergrund stehen dabei die Diagnosegruppen de r affektiven
Störungen - wie Depressionen - sowie der neurotischen Belastungs- und
somatoformen Störungen - wie Phobien und Angststörungen. Insgesamt,
so die KKK-Datenanalyse, sind fast vier Prozent der Frauen von einer
dieser Störungen betroffen.
Grundsätzlich leiden Arbeitslose häufiger unter psychischen
Störungen als Berufstätige. Jedoch sind Frauen in Büroberufen noch
stärker von psychischen Störungen betroffen als Menschen ohne Arbeit.
Hauke: "Bei den Berufstätigen konnten wir analysieren, dass das
Erkrankungsrisiko der Frauen mit Bürotätigkeiten um sieben Prozent
höher liegt. Die Männer in Büroberufen sind dagegen nur zu rund einem
Prozent von einem dieser Krankheitsbilder betroffen." Das geringste
Risiko für eine psychische Erkrankung konnte die KKH bei Frauen und
Männern finden, die einer Arbeit im Landverkehr oder Lager- und
Transportbereich nachgehen. Hier liegt die Krankheitshäufigkeit nur
zwischen 0,1 und 0,4 Prozent.
"Die Auswertung dieser Daten soll uns auch dabei helfen,
zielgerichtete Angebote zu initiieren. Nur wenn wir genau wissen, wo
die Knackpunkte liegen, können wir entsprechend eingreifen", so
KKH-Vorstand Rudolf Hauke. Denn neben den medizinischen Gründen
dürfen auch die ökonomischen und finanziellen Aspekte nicht außer
Acht gelassen werden. So hat die KKH allein im vergangenen Jahr über
41 Millionen Euro für Psychopharmaka aufgebracht. Rund 170.000
KKH-Versicherte erhielten im Jahr 2005 ein Medikament aus dieser
Arzneimittelgruppe von ihrem Arzt verordnet. "Neben der Verringerung
der persönlichen Leidenswege könnte durch zielgerichtete Angebote
auch Geld im Sozialsystem eingespart werden. Daher müssen auch die
Krankenkassen neue Wege beschreiten", sagte Hauke. Aus diesem Grund
ist die KKH in Aachen bereits seit Februar 2006 Partner des
Integrierten Versorgungsprogramms für Menschen mit einer Depression.
Hauke: "Das Versorgungsmodell gehört in Deutschland zu den ersten
Programmen dieser Art. Ziel ist eine aufeinander abgestimmte
Therapie, die sich an medizinischen Leitlinien orientiert. Die
betroffenen Patienten sollen kürzer oder sogar seltener in einer
Klinik behandelt und die oftmals belastende Dauermedikation soll
besser auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt werden."
Originaltext: Kaufmännische Krankenkasse - KKH
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