(ots) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Chef der
EU-Kommission, Manuel Barroso, in einem Telefongespräch gedrängt,
sich in der Kommission für eine schnelle Genehmigung der Finanzhilfen
für die angeschlagene Commerzbank einzusetzen. Das erfuhr die in
Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post"weiter
Total-Deutschland-Chef sieht Ölpreis langfristig zwischen 100 und 200 Dollar / "Spekulationen spielen nur begrenzte Rolle"
(30.08.2008) (ots) - Der Deutschland-Chef des Mineralölkonzerns Total,
Michel Mallet, sieht die langfristigen Preise für ein Barrel Rohöl
zwischen 100 und 200 Dollar liegen. Das sagte er am Freitagabend in
der PHOENIX-Sendung "Unter den Linden SPEZIAL". Spekulationen würden
für die hohen Preisesteigerungen der jüngsten Vergangenheit "nur eine
begrenzte Rolle spielen." Wörtlich sagte Mallet: "Wenn die
Spekulation so effizient wäre, hätten die Spekulanten in den 80er
Jahren auch spekulieren können und hätten die Preise nach oben
gebracht. Und das hat nicht funktioniert." Das aktuelle Ölpreisniveau
komme von der Verbindung zwischen Nachfrage und Angebot. "Heute haben
wir eine Steigerung der Nachfrage. Es gibt derzeit kein
Reserven-Problem, es ist nur ein Engpass in der Produktion." Die
Nachfrage sei so hoch gestiegen, dass die Preise nach oben gegangen
seien. Zurzeit liege das Niveau der Ölproduktion bei 85 Millionen
Barrel täglich. Dies entspreche dem täglichen weltweiten Bedarf.
"Bisher haben wir es geschafft, diese Produktion zu erhöhen. Aber wir
sehen einen Engpass und eine Begrenzung dieser Produktion", so Mallet
weiter. Mit der heutigen Nachfrage würden die Erdölvorräte keine 100
Jahre reichen. Die künftig noch zu entdeckenden neuen Quellen
schätzte er auf ein Volumen von einer Billionen Faß Öl. Er hoffe, so
Mallet, dass die Preissteigerung nicht mehr so groß sein werde. "Das
ist nicht gesund für unsere Gesellschaft. Für unsere Wirtschaft und
auch für die Entwicklungsländer sind so hohe Preise sehr
problematisch."
Ebenfalls in der PHOENIX-Sendung stellte der ehemalige
Bundesumweltminister Klaus Töpfer steuerliche Eingriffe zur
Entschärfung der Situation in Frage. Die Erhöhung der
Pendlerpauschale und die Senkung der Mineralölsteuer seien "alles
kurzfristige Reaktionen, die an der Gesamtsache gar nichts ändern",
sagte Töpfer. "Wenn ich die Pendlerpauschale verlängere, dann gebe
ich nach wie vor das Signal: Ihr könnt auch außerhalb wohnen, der
Staat zahlt einen Teil dieser Kosten mit." Töpfer schlug vor,
Fahrgemeinschaften und die Entwicklung von Kleintaxis finanziell zu
unterstützen. Die gesamte Siedlungsstruktur in Deutschland und noch
drastischer in Amerika sei auf billige Mobilitäts- und Ölpreise
aufgebaut.
Originaltext: PHOENIX
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