(28.07.2008) Auf der rosafarbenen Homepage des Ehehäusels heisst es noch in hübschen Lettern, dass es derzeit saniert werde. Tatsächlich aber ging vor ein paar Tagen durch die Presse, dass man die Miniherberge für Frisch Vermählte in der Stadt Amberg nun wieder nutzen kann. Das kleine rote Haus steht seit 1728 zwischen zwei anderen Häusern in der oberpfälzischen Stadt. Es bietet insgesamt nur 56 Quadratmeter Wohnfläche auf diesen Etagen und Halbetagen – aber Raum ist in der kleinsten Hütte, wie der Volksmund weiß! Vor allem junge Eheleute nehmen es mit dem Platz nicht so genau, sind sie doch in der Regel mit ganz anderen Dingen beschäftigt.
Die Sanierung des Ehehäusels in Amberg war nicht eben billig, ließ die Stadt verlauten. Dich man befindet sich in einer Ehrenpflicht. Der Bayrische Kurfürst Karl Albrecht hatte nämlich 1728 den erlass verfügt, dass ein spezielles Häusel für Jungvermählte gebaut werden solle. Bürger ohne Grundbesitz durften damals nämlich gar nicht heiraten! Ein kluger Amberger dachte sich, dass man so ein Gesetz doch umgehen können müsste. Der Legende nach baute er planvoll ein kleines Häusle in die schmale Lücke zwischen zwei andere Häuser und „verkaufte“ es vor der Eheschließung für eine Nacht an junge Eheleute. Gutscheine für eine Überhachtung nach der Hochzeit sind auch heute ein beliebtes Geschenk. Und damit man nicht verhungert, gibt es eine Hausdame dazu, die gelegentlich nach dem Rechten sieht.
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