(13.08.2008) Dieses Jahr meint es mit dem Wetter am der Nordseeküste gar nicht so gut. Die Urlauber hat das allerdings noch nie abgeschreckt! Kamen früher viele Hamburger, Berliner und Menschen aus dem Ruhrpott nach Amrum, sind es heute auch von weiter her angereiste Gäste, beispielsweise aus der Schweiz. In Nebel, dem ehemaligen Kapitänsort mit den romantischen Strohdachhäusern, ist Schwytzerdütsch öfter zu hören als man meint.
Amrum ist in, was auch immer das Wetter macht! Die Zahl der schwarzen Jeeps im Megaformat ist fast so hoch wie auf Sylt, der größeren und mondäneren Schwester, die man von der Nordspitze der Insel aus sehen kann. Auch an den Baumaßnahmen allerorten kann man bewerten, wie es um Amrum steht. Wer keine Nobelhütte auf Sylt hat, baut sich eine auf Amrum. Der Carport mit Strohdach gehört in vielen Fällen wie selbstverständlich dazu, wie eine Insulanerin jüngst anmerkte. Doch statt der typischen weiß gekalkten Häuser baut man immer öfter im Rotklinkerlook des Sylter Landhausstils und es können sogar ältere Strohdachhäuser entdeckt werden, die in hellen Gelbnoten gestrichen sind. Stilbruch oder nicht: die Moderne ist auch auf Amrum angekommen!
Die Strenge der Naturschutzauflagen einstiger Tage kann da natürlich auch nicht zurückstehen. Sie kam anscheinend auf den Prüfstand und so manches wurde aus dem Katalog wieder gestrichen. Trotzdem muss man feststellen, dass der Naturschutz auf Amrum greift! Die Vogelwelt macht durch fröhliches Lärmen auf sich aufmerksam und in den Dünen- und Heidelandschaften waltet noch immer jene herrliche Zeitlosigkeit, in der man sich verlieren und dem Büroalltag vollkommen entrücken kann. Amrum und die Moderne, das ist eine Geschichte mit ein bisschen wehmütigem Beigeschmack. Doch wir wissen auch: die Zeit eilt über alles hinweg. Sich Veränderungen zu öffnen, heißt mit ihr zu gehen!
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