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(14.05.2008) (djd). Zwei Jahre nach ihrer Einführung bleibt die Bekanntheit und Verbreitung von Rürup-Versicherungen noch weit hinter den anderen staatlich geförderten Altersvorsorgemodellen zurück. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative TNS-Emnid-Studie, die im Auftrag des Versicherers Canada Life die Aussagen von insgesamt 1.012 Berufstätigen zwischen 20 und 59 Jahren ausgewertet hat.
Rürup-Rente weitgehend unbekannt
Nur 16 Prozent aller Teilnehmer wissen nach eigenen Angaben mit den Begriffen Rürup-Rente oder Basisabsicherung etwas anzufangen. Lediglich zwei Prozent nutzen solche Tarife für die eigene Vorsorge. Insgesamt 83 Prozent würden ihr Detailwissen im Bereich Rürup als weniger gut oder sogar schlecht einschätzen. Damit erzielt die Basisaltersvorsorge im Vergleich zur betrieblichen Altersvorsorge, zu Riester-Renten und zu vermögenswirksamen Leistungen (VL) hinsichtlich Bekanntheit, persönlicher Nutzung und Detailkenntnis insgesamt die schlechtesten Ergebnisse. Die durchschnittlich besten Resultate verzeichneten vermögenswirksame Leistungen über Bausparen: Mehr als drei Viertel aller Befragten kennen diese Sparform. Danach folgt im Bekanntheitsgrad die Riester-Rente, die immerhin mehr als der Hälfte der von TNS-Emnid Befragten ein Begriff ist.
Private Altersvorsorge - für Selbstständige besonders wichtig
Die Rürup-Rente aber ist bisher noch ein Nischenprodukt. Sie wendet sich an die Gruppe derer, die nicht riestern darf: die Selbstständigen. Ob Frisiersalon, Arztpraxis oder Anwaltskanzlei - der Sprung in die berufliche Eigenständigkeit ist für viele Menschen die Erfüllung eines Lebenstraums. Doch wer auf eigene Rechnung arbeitet, muss sich auch um die Altersvorsorge eigenständig kümmern. Deutschland stellt diesbezüglich eine Besonderheit in Europa dar, denn Selbstständige werden hierzulande von den sozialen Sicherungssystemen in der Regel nicht erfasst. Gerade sie sind deshalb auf einen vernünftigen Aufbau privater Vorsorge angewiesen, da ihnen später überhaupt keine oder allenfalls eine sehr geringe Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung zur Verfügung stehen wird. Vor allem die neuen "Solo-Unternehmer" und "Ich-AGler", die es seit den 90er Jahren zunehmend gibt, sind besonders schlecht abgesichert.
Rürup hilft Selbstständigen bei der Vorsorge
Dass auch ihnen der Staat bei der privaten Altersvorsorge kräftig unter die Arme greift, ist noch immer zu wenig bekannt. Die TNS-Emnid-Studie bestätigt: Während sich 47 Prozent der Befragten bei der Riester-Rente ein sehr gutes oder eher gutes Detailwissen zuschreiben, sind die Kenner der Rürup-Rente mit nur elf Prozent deutlich in der Minderheit. Dabei gibt es die Rürup-Rente schon seit 2005. Ein jährlich wachsender Teil der Einzahlungen ist als Vorsorgeaufwendungen über die Sonderausgaben abzugsfähig. Dafür müssen die ausgezahlten Renten im Rahmen der nachgelagerten Besteuerung abhängig vom Renteneintrittsjahr zunächst nur zum Teil - später dann aber zu 100 Prozent - versteuert werden. Konkret bedeutet das: Ein vom Jahr des Rentenbeginns abhängiger Teil der Rente wird mit dem persönlichen Steuersatz besteuert. Für das Jahr 2008 beträgt der Besteuerungsanteil 56 Prozent, im Jahr 2040 unterliegen alle dann beginnenden Renten zu 100 Prozent der nachgelagerten Besteuerung. Für Ledige sind heute bis zu 13.200 Euro steuerlich abzugsfähig, Verheiratete können bis zu 26.400 Euro geltend machen. Diese Beträge steigen jedes Jahr schrittweise an: Ab 2025 können Aufwendungen für die Rürup-Rente komplett steuerlich geltend gemacht werden - bis zu einer Höchstgrenze von 20.000 Euro für Unverheiratete und 40.000 Euro für Ehepaare.
Steuer-Hit für ältere Sparer
Besonders lohnend ist die Basisrente für ältere Sparer. Wenn diese einige Jahre vor Eintritt in den Ruhestand hohe Beiträge in eine lebenslange Altersvorsorge investieren wollen, kann der Besteuerungsanteil der Rente dauerhaft niedriger sein als der abzugsfähige Prozentsatz der geleisteten Beiträge. Mit anderen Worten: Dieser Personenkreis profitiert von der schnell steigenden Absetzbarkeit der Beiträge - im Vergleich dazu steigt die Besteuerung der Rente nur in geringerem Maße an.
Rürup-Potenzial ist längst nicht ausgeschöpft
"Obwohl Rürup-Policen durch die Nachbesserungen des Gesetzgebers deutlich an Attraktivität gewonnen haben, ist das Marktpotenzial bei weitem nicht ausgeschöpft", sagt Bernhard Rapp, Direktor Marketing und Produktmanagement von Canada Life. Bereits in 2007 haben staatlich geförderte Basisrenten bei dem Versicherer einen Schwerpunkt des Geschäfts ausgemacht. Das Unternehmen bietet für die Basisaltersvorsorge eine Versicherung namens "Generation basic" an, die den Kunden in hohem Maße an Ertragschancen der Aktienmärkte teilhaben lässt. Gleichzeitig federn Garantieelemente das Kapitalanlagerisiko ab. Canada Life will in 2008 verstärkt auf dieses Segment der Basisaltersvorsorge setzen. Für die zweite Jahreshälfte ist ein Ausbau der Produktpalette geplant.
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