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(17.06.2008) (ots) - Im Rahmen einer Online-Umfrage des
Commerzbank Private Banking waren Aktienanleger aufgefordert, ihr
Verhalten in wichtigen Situationen einzuschätzen - von der
Kaufentscheidung bis zum Abstoßen einer Position. Das Ergebnis:
Anleger bleiben aufgrund unbewusster Verhaltensweisen häufig hinter
ihren Renditemöglichkeiten zurück. Warum Verluste laufen gelassen und
Gewinne vorschnell realisiert werden, das untersucht die Behavioral
Finance. Indem diese wirtschaftswissenschaftliche Disziplin die
neoklassische Theorie des vollkommenen Marktes durch
verhaltenspsychologische Erkenntnisse ergänzt, bietet sie Anlegern
wertvolle Hilfestellungen, emotionale Fallstricke zu erkennen und
bessere Renditen zu erzielen.
Die Entwicklung der Aktienmärkte ist grundsätzlich mit großen
Unsicherheiten verbunden - ein Umstand, dem private wie
institutionelle Anleger durch möglichst viele Informationen Herr zu
werden versuchen. Eine trügerische Sicherheit: Die Behavioral Finance
geht davon aus, dass der überwiegende Teil des Marktgeschehens nicht
auf Fundamentaldaten oder geldpolitische Maßnahmen zurückzuführen
ist. Dennoch gibt knapp die Hälfte der Befragten an, dass ihre
Entscheidung zum Kauf einer Aktie überwiegend auf Information
basiert. Lediglich 13% halten ihr Bauchgefühl für entscheidend und
41% glauben, dass Informationen und Bauchgefühl gleichermaßen die
Kaufentscheidung bestimmen. "Wer glaubt, den Markt 'im Griff' zu
haben, wenn er nur über ausreichend Informationen verfügt,
überschätzt sich", warnt Dr. Thorsten Reitmeyer, Konzernleiter
Private Banking der Commerzbank. Zum einen erhöht die Überbewertung
der eigenen Möglichkeiten die Bereitschaft Risiken einzugehen, etwa
einen größeren Betrag einzusetzen als ursprünglich geplant.
Andererseits tendieren Menschen dazu, Signale und Daten stärker
wahrzunehmen, die das geplante Engagement bestätigen. Entscheidend
ist daher die Auswahl der Informationen: Der Anleger sollte gezielt
auch die Daten suchen, die gegen einen Kauf sprechen.
Gefährliche Zeugen
Gerne tauschen sich private Anleger mit Freunden oder Kollegen
über geplante Transaktionen aus - auch 28% der Teilnehmer an der
Online-Umfrage tun dies häufiger, 9% Prozent sogar immer. Dabei
erhöhen Zeugen die emotionale Bindung an das Investment enorm. Ist
das Geschäft dann nicht erfolgreich, droht ein "Gesichtsverlust" und
es fällt schwer, die Position rechtzeitig wieder abzustoßen. Offenbar
haben 51% der Befragten diese Gefahr erkannt, sie ziehen Bekannte
oder Familienmitglieder nur selten zu Rate; 12% sprechen nie über die
Details ihrer Geldanlage. Zu diesem Verhalten rät auch Reitmeyer:
"Sinnvoller ist es, die Entscheidung einem neutralen Gegenüber zu
spiegeln, zum Beispiel einem Private-Banking-Berater. Unbefangen von
persönlichen Beziehungen oder eigenen Investments kann er die Rolle
des 'Advocatus Diaboli' einnehmen."
Umgang mit Gewinn und Verlust
Natürlich schmerzen Verluste, doch am Aktienmarkt kosten Gefühle
Geld: Einen Irrtum einzugestehen fällt schwer und in der Folge werden
Verluste oft zu spät realisiert - schließlich könnte der Kurs wieder
steigen. Diese Hoffnung verleitet wohl auch 38% der Befragten: Sie
kaufen häufig Aktien zu, wenn der Kurs unter den Einstiegspreis
gefallen ist. 38% tun dies selten, 21% nie. Verlustbringende
Positionen aufzustocken verbessert zwar den Einstiegspreis - damit
"fühlt" sich der Verlust nicht mehr so schlimm an - erhöht letztlich
aber nur das Gesamtrisiko. "Schlechtem Geld wirft man kein gutes
hinterher", stellt Reitmeyer fest. "Hier hilft dem Anleger die simple
Frage, ob er denselben Kauf nochmals tätigen würde, wenn er noch
nicht investiert hätte."
Sowohl beim Umgang mit Verlusten als auch mit Gewinnen lautet die
wichtigste Regel: Selbstdisziplin. So legen 15% der
Umfrage-Teilnehmer immer sowie 29% häufiger bereits beim Kauf einer
Aktie fest, welcher Verlust für sie tragbar ist und bei welchem Kurs
sie den Gewinn realisieren wollen. Solche Grenzen setzen sich 56% der
Befragten jedoch eher selten oder nie. Als Faustregel empfehlen
Behavioral-Finance-Experten ein Verhältnis von 3:1 - jedem riskierten
Euro sollte eine Gewinnperspektive von mindestens drei Euro
gegenüberstehen. Aber die Umfrage zeigt auch, dass Disziplin selbst
dann schwer fällt, wenn solche Vorkehrungen getroffen sind: Etwa ein
Viertel verkauft die Position selten zu den gesetzten Kursgrenzen. Um
eine vernünftige Entscheidungsbasis für Extremsituationen zu
schaffen, sollten Kursziel und Verlustgrenze daher schriftlich
fixiert werden.
Optimiertes Portfolio
Grundsätzlich gilt es, die gefühlte Bindung an einzelne Positionen
möglichst gering zu halten. Dabei spielt ein ausreichend umfängliches
und ausgewogenes Portfolio eine wesentliche Rolle. "Streuung
verringert das Gesamtrisiko ebenso wie das Commitment - und damit die
Anfälligkeit für emotionale Fallstricke", bekräftigt Reitmeyer. Nach
den Erkenntnissen der Behavioral Finance gilt ein Depot ab rund 30
verschiedenen Einzel- oder Branchenwerten als ausgeglichen. Von den
befragten Anlegern hält allerdings nur ein Zehntel mehr als 30
Einzelwerte, aber die Mehrheit von 59% weniger als 10 verschiedene
Positionen. Angesichts des Aufwands für die aktive Verwaltung eines
so umfassenden Portfolios ist dieses Ergebnis verständlich. An dieser
Stelle ist auch für wertpapieraffine Anleger eine professionelle
Vermögensverwaltung sinnvoll. Sie profitieren hier von einem breiten,
internationalen Anlagespektrum und fundierten Analysedaten aus den
Research-Abteilungen der Bank.
An der Umfrage vom 13. Mai bis 3. Juni beteiligten sich 136
Besucher der Internetseiten des Commerzbank Private Banking.
Grafiken zur Befragung stehen unter
www.privatebanking.commerzbank.de zum Download zur Verfügung.
Originaltext: Commerzbank Private Banking
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/54251
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Pressekontakt:
Commerzbank Private Banking
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Tel. (069) 136 - 44552
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E-Mail: PR.PrivateBanking@commerzbank.com
Internet: www.privatebanking.commerzbank.de
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