(26.08.2008) Das Rostocker Fraunhofer Institut meint nun, den Stein der Weisen gefunden zu haben. Um der notorischen Bewegungsunlust der Jugend von heute entgegenzuwirken und zugleich deren Handyfimmel zu nutzen, erfand man ein Projekt, mit dem man gerade an die Presse ging. Spezielle Mobiltelefone sollen in einem seit Anfang Mai auf Usedom laufenden Pilotprojekt das Bewegungsverhalten übergewichtiger Jugendlicher kontrollieren. Bewegungssensoren im Handy erfassen jede Bewegung – oder aber den Mangel daran! Das in Rostock entwickelte System kann sogar verschiedene Arten von Bewegungen unterscheiden! Fällt dem kreativen Handy auf, dass der damit bestückte Jugendliche im Alter zwischen 11 und 17 Jahren sich über längere Zeit zu wenig bewegt, meldet es dies.
Das klingt nun ein bisschen nach Big Brother und allzu viel Technologieunterstützung für ein simples Problem: der Bewegungsmangel alleine macht Kinder ja nicht dick, sondern das ständige Essen fetter Sachen und das Trinken gezuckerter Getränke. Und hier sind es insbesondere die gerne gekauften Colas, Wellness- und Sportgetränke, die gleich literweise genossen werden! Aufklärung wäre vermutlich weitaus sinnvoller – aber wo Technologie angewendet werden kann, soll sie ja auch genutzt werden, denn das schafft Arbeitsplätze und belebt die Wirtschaft! Ob man mit einem solchen Handy tatsächlich das Bewusstsein für eine gesündere Lebensweise schärfen kann, wie die Projektplanung es vorsieht, darf ruhig hinterfragt werden! Die Handys wurden sogar so eingerichtet, dass sie auch das Essverhalten überprüften. Ernährungsprotokolle waren nicht gefordert, ein schlichtes Foto der Mahlzeit mit dem Handy ersetzte den lästigen Bericht. Kleine Belohnungen erhielt derjenige, der besonders fleißig mitmachte.
Die ersten Ergebnisse der Rostocker Studie sollen nun im Herbst veröffentlicht werden. Es wurde bereits angedeutet, dass viele der Jugendlichen eine falsche Selbsteinschätzung in Sachen Ernährung und Bewegung hatten.
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