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(05.08.2004) In Nordzypern ist man sich des Wertes seiner historischen Schätze sehr bewusst. So muss z.B. jeder Einwohner, der sich im Besitz einer Antiquität befindet, diese registrieren lassen und er darf sie ohne offizielle Genehmigung nicht verkaufen. Schwierigkeiten gibt es allerdings bei der Restauration - nicht nur aufgrund finanzieller Engpässe, sondern auch weil internationale Hilfen, etwa von Seiten der UNESCO, wegen des Embargos nicht fließen. Touristen und Besucher sollten sich hüten, Altertümer als Souvenirs mitzunehmen. Die Behörden sehen darin einen kriminellen Akt, kein Kavaliersdelikt.
Girne
Kyrenia bzw. Girne ist wohl Zyperns charmanteste Stadt; dort liegt auch das Touristenzentrum. Das malerische Städtchen an der Nordküste liegt an einer romantischen Hafenbucht, darüber erhebt sich eine mittelalterliche Burg. Das strahlende Weiß der Häuser mit ihren kleinen Balkonen, die traumhaft schöne Kulisse vor den blauen Gebirgszügen des Beschparmak- / Fünffinger-Gebirges, macht Girne schon heute unter Engländern, die das Mittelmeer gerne per Yacht bereisen, zum ?Jewel of the Mediterranean Sea?. Zahlreiche Restaurants an der Strandpromenade bieten einheimische Spezialitäten und eine große Auswahl von Meeresfrüchten an. Cafés, Diskotheken, Bars und Spielsalons sorgen für weitere Abwechslung. Biblisch mutet die Landschaft in der Nähe von Kyrenia an. Die drei Burgen Zyperns - St. Hilarion, Buffavento und Kantara - krönen steile und malerische Felsen in der Gebirgskette von Kyrenia.
Zitadelle von Girne
Der mächtige Bau der Zitadelle gehört zu den ältesten und besterhaltenen Festungsanlagen auf Zypern. Archäologen vermuten, dass schon die Stadtkönige Kyrenias ca. 500 v. Chr. hier eine Akropolis angelegt haben. Im 7. Jahrhundert entstand eine erste rechteckige Burganlage, als sich Zypern zu einer bedeutenden Militärbasis zur Sicherung der östlichen Provinzen des Byzantinischen Reiches entwickelte. Die heutige Burg wurde von den Byzantinern im 9. Jahrhundert zur Abwehr der Araber gegründet, im 13. Jahrhundert ausgebaut und unter der Herrschaft der Venezianer erneut vergrößert. Sie wurde sechsmal belagert, aber nie im Kampf erobert.
Abtei Bellapais (Besparmak-Gebirge)
Die prachtvolle Prämonstratenser-Anlage mit dem zentralen Kreuzgarten entstand zwischen 1230 und 1340 ca. sechs Kilometer östlich von Girne, am Rande einer 17 m hohen Klippe. Bellapais hieß ursprünglich Abbaye de la Paix, also Abtei des Friedens. Die Abtei wurde im späten 16. Jahrhundert aufgegeben. Mit ihren herrlichen gotischen Kreuzgängen wird die Abtei als das bedeutendste und schönstgelegene gotische Bauwerk der ganzen Levante angesehen. Im Refektorium an der Nordseite der Abtei finden bis heute Konzerte und Theateraufführungen statt. Die Anlage wird umgeben von einem wunderschönen Garten, der zum auf der Insel bekannten ?Kybele Restaurant? gehört, das sich im Innenhof der Abtei niedergelassen hat. Hier wird heute fast an derselben Stelle gekocht wie zu Zeiten der Venezianer. Sind abends die letzten Besichtigungsfahrten ins Hotel zurückgekehrt, gilt das Dorf Ballapais auf der Insel als Hort der Ruhe. Nicht umsonst hatte der englische Schriftsteller Lawrence Durrell in den fünfziger Jahren den Ort zu seinem Domizil erklärt.
Salamis und die Königsgräber (Nähe Gazimagusa)
In einer Landschaft aus Dünen und Pinienhainen liegen die Ruinen des antiken Salamis, einst größte und reichste Stadt Zyperns und führende Metropole in der Levante. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht mit über 100.000 Einwohnern nahm die Stadt eine Fläche von über acht Quadratkilometern ein. Nur ein Bruchteil davon ist freigelegt und vermittelt einen Eindruck von der Pracht und kulturellen Bedeutung dieser antiken Großstadt: so das Theater für 15.000 Zuschauer, das Thermen-Gymnasium mit seinen prachtvollen Marmorsäulen, die Grundmauern und Fassadenreste zweier frühchristlicher Basiliken, die berühmten Toilettenanlagen, Thermen und Wasserspeicher. Einer der legendären Helden des Trojanischen Krieges, Teukros, soll Salamis 1184 v. Chr. gegründet haben. Fast 2.000 Jahre später bereiteten arabische Truppen der Stadt ein Ende. In der riesigen Nekropolis (Totenstadt) kamen 1957 erstaunliche Funde ans Licht, so das Grab eines Fürsten (daher ?Königsgräber?) mit kostbaren Beigaben und Pferdeopfern. Man fand den berühmten Thronsessel aus Elfenbein und Silber und den nicht minder Aufsehen erregenden Brustpanzer eines Pferdes mit assyrischen Ornamenten.
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