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Neue OZ: Kommentar zu Kunst / Ausstellungen / Documenta



(ots) - Der Befreiungsschlag Unter Roger M. Buergels Leitung war die letzte Documenta spürbar verflacht, streckenweise gar zur Lachnummer verkommen. Inmitten einer Flut von Biennalen und Großausstellungen braucht die Kasseler Weltkunstschau dringend einen Befreiungsschlag. Mit Carolyn Christov-Bakargiev könnte weiter


Malta: Wiege der Menschheit?

(29.07.2004) (pp) War Malta die Wiege der zivilisierten Menschheit? Der Schluss liegt nahe. Manche Forscher vertreten sogar die These, Malta sei Teil des untergegangenen Atlantis gewesen. Immerhin gehören die Tempelanlagen Maltas zu den ältesten der Welt; der älteste Kalender der Menschheit markiert nach wie vor Tagundnachgleiche und Sonnenwende nach mehr als 5.000 Jahren; uralte, sorgfältig ausgeführte Steinreliefs präsentieren eines der ältesten Symbole der Erde: die Spirale. Die Insel ist ein lebendes Museum. Das Archipel mitten im Mittelmeer ist zwar nicht halb so groß wie Berlin, beherbergt aber 23 Tempel aus der Jungsteinzeit über der Erde und eine unterirdische, bestens erhaltene, riesige Anlage aus Felskammern, Nischen und Höhlen. Über deren Aufgabe rätseln die Archäologen bis zum heutigen Tag. Denn schriftliche Aufzeichnungen über das so genannte Hypogäum, das schon mindestens ein Jahrtausend existierte, bevor die Ägypter daran dachten, Pyramiden zu bauen oder das englisch Stonehenge entstand, gibt es nicht.

Das Archäologische Museum in Maltas Hauptstadt Valletta bewahrt eine Kollektion der so genannten ?fetten Frauen? auf. Andere nennen sie die ?Venusse von Malta?. Archäologen halten sie für Muttergottheiten, die vermutlich zentrale religiöse Symbole der Megalith-Kultur Maltas waren. Sie sind auch der Grund, weshalb die Megalith-Bauten ein Ort sind, an dem Frauen die Wurzeln weiblicher Identität suchen, während Stonehenge zum eher druidischen Wallfahrtsort geworden ist. Tatsächlich ist aber die Bedeutung der Weiblichkeit in der Megalithkultur keineswegs eindeutig. Etliche der als Frauen verstandenen Figuren haben keine eindeutigen Brüste. Andererseits sind einige der Fundstücke eindeutig Männer. Ihre Körper sind gerade und kantig, ihre Nasen lang, ihre Kiefer breit. Der phallische Charakter mancher Figuren lässt keinen Interpretationsspielraum. Die auffälligste kulturelle Eigenheit der Megalith-Tempel ist das Fehlen allen kriegerischen Geräts. Über mehr als 1.000 Jahre muss diese Kultur in Frieden und Harmonie existiert haben. In keinem der vielen Tempel wurden Hinweise auf Waffen, Kriegsführung oder auch nur Verteidiungsanlagen gefunden.

Die meisten Wissenschaftler nehmen die Jungsteinzeit vor fünftausend Jahren als Entstehungszeit an, andere fühlen sich durch die üppigen Figuren an die Kunst im steinzeitlichen Europa erinnert, beispielsweise an die fette Lady aus Tschechien, die siebenundzwanzigtausend Jahre alt ist. Außerdem werden immer mehr Zeugnisse einer älteren Zivilisation unter Wasser entdeckt, die den Gerüchten um die Entdeckung eines Teils von Atlantis neue Nahrung geben. Fest steht nur, dass alle Spuren der Megalithkultur mit den Tarxianischen Tempeln etwa 2.500 v.Chr. abrupt endeten, und niemand weiß, warum. Geblieben sind nur Mythen und Legenden. Eine von ihnen erzählt die Geschichte einer Riesin, die riesige Steine auf ihrem Kopf balancieren konnte, um Tempel zu bauen.



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