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Informationen rund um Deutschland

"Which road to Europe" - Ausgezeichnetes "Writing for CEE" als Buch



(ots) - "Which road to Europe": Der Name des Sammelbandes, der frisch im Klagenfurter Wieser-Verlag erschienen ist, kommt nicht von ungefähr. "Mein Land - Auf welchem Weg nach Europa" lautete der Titel des Siegerbeitrags 2006 beim Journalistenpreis "Writing for CEE", der alljährlich von der APA weiter


Baltikum entdecken: Städtereise nach Litauen

(18.07.2004) (pp) Litauen liegt näher als man denkt. Von Frankfurt nach Vilnius sind es keine 1.500 Kilometer, nach Madrid fährt man 400 Kilometer weiter. Der Weg ins südlichste der baltischen Länder lohnt allein schon wegen seiner großartigen Kulturdenkmäler.

Vilnius
Ein quicklebendiges Kulturleben und fachgerecht restaurierte Gassen und Höfe, Befestigungen, Türme und Kirchen: Die von bewaldeten Hügeln umrahmte Altstadt von Vilnius, eine der größten Osteuropas, wurde von der UNESCO vollständig in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen - die Erfüllung aller Träume von Architektur- und Kulturliebhabern, denn die Litauer sind kulturverrückt. Die Inszenierungen des ?National Drama Theater? sind mutig und ungewöhnlich und für sich allein einen Besuch wert. Vilnius, seit 1322 Hauptstadt Litauens mit internationalem Flair und heute knapp 600.000 Einwohnern, bietet unzählige historische Bauten verschiedener Epochen, so z.B. St. Anna, ein Juwel der späten Backsteingotik und eine der schönsten Kirchenbauten Nordosteuropas, das Barockkleinod der Peter-und-Paul-Kirche, die mit ca. 2.000 biblischen, historischen und mythologischen Figuren ausgeschmückt ist, oder den Renaissancebau der 1579 gegründeten Universität. Dem Klassizismus verdankt Vilnius z.B. sein Rathaus und den Dom. Grundlage des Entwurfs durch den litauischen Architekten Laurynas Stuoka-Gucevièius, war der Gedanke, die Schönheit eines Gebäudes entstehe nicht durch seine Ausschmückung, sondern durch die sich zu einem Ganzen fügende Harmonie seiner Teile. Seit jeher war Vilnius ein Schnittpunkt zwischen römischer und byzantinischer, europäischer und eurasischer Welt und ist heute das unbestrittene Zentrum des litauischen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens mit sieben öffentlichen Theatern und mehreren Symphonie- und Kammerorchestern. Das Vilnius Jugend Theater, das Litauische Kammerorchester, die Nationale Symphonie und das Litauische Staatliche Symphonieorchester haben internationalen Rang.

Ein Bummel durch das Gassenlabyrinth der Altstadt mit seinen ca. 1.500 historischen Gebäuden, in denen beinahe wöchentlich ein neues Café oder kleines Geschäft eröffnet, ist eine Expedition in alte Zeiten. Fast bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts wurden Häuser in Vilnius ohne jeglichen Plan und Ordnung gebaut. Erst 1536 hat der Großfürst einen Erlass herausgegeben, Häuser in Reihen und nach dem durch den Magistrat im voraus vorbereiteten Plan zu bauen. Aber zahlreiche Brände haben ihre Richtung immer wieder verändert. Die wichtigsten Touristenrouten beginnen auf dem Kathedralenplatz und setzen sich weiter über die Pilies-Str. (Burgstr.) in Richtung des Tores der Morgenröte (Auðros vartai) fort.

Die Neustadt liegt zwei Kilometer westlich der Altstadt und wurde größtenteils im 19. Jahrhundert erbaut. Hier liegen das Rathaus und das unbedingt besuchenswerte Museum des Genozids am Litauischen Volk, das im ehemaligen Gestapo- und KGB-Gebäude untergebracht ist. Die Führer durch dieses Haus sind alle ehemalige Opfer und Gefangene, die hier gefoltert wurden. Südlich des Flusses steht die Gedächtnisbüste für Fank Zappa.

Das jüdische Viertel
Bis zur Ankunft der Nazis galt Vilnius als das Jerusalem des Nordens. Die schmalen und krummen Gassen mit Querarkaden im Jüdischen Viertel haben ihr ursprüngliches Aussehen bewahrt. Hohe Häuser hatten meist überhaupt keine Tore, niedrige und kleine Türen waren mit Eisen beschlagen. Einige Häuser wiesen nur zwei Fenster auf. Die Lädchen waren oft nur noch ein paar Meter tief, und die Tür diente als Fensterersatz. Die Besitzer solcher Läden und Werkstätten saßen oft an der Tür und forderten die Passanten auf, hereinzukommen.

UNIVERSITÄTSHÖFE
Eine Welt für sich und unbedingt sehenswert sind die 11 Universitätshöfe. Zu den wichtigsten zählen
der Hof der Bibliothek, der von alten Gebäuden der Bibliothek, der Verwaltung und der historischen Fakultät umringt ist. Im westlichen Teil liegt der restaurierte Palast des Präsidialamtes, der ehemalige Bischofpalast;
der Große Hof, ein Pantheon der Universität, in dessen Galerie die Gründer der Universität, Mäzenaten, berühmte Wissenschaftler verewigt sind. Auf dem nördlichen Flügel des Gebäudes ist die alte Benennung aus dem 16. Jh. ?Academia et Universitas Societatis Jesu? erhalten geblieben. Dominant ist das prächtige Barockportal der ersten Gemeindekirche des Hl. Johannes aus dem 14. Jh. in Vilnius;
der M.-K.-Sarbievijus-Hof, benannt nach dem berühmten europäischen Dichter Motiejus Kazimieras Sarbievijus, der Anfang des 17. Jhs. Student und später Professor an der Universität war. Der geschlossene Hof ist von Gebäuden verschiedener Epochen umringt;
der kleine, gemütliche Sternwarte-Hof, u.a. geschmückt mit Tierkreiszeichen am Sternwarte-Gebäude aus dem 18. Jh. Auf der westlichen Seite ist das gotische Haus von Mikalojus Jasinskis aus dem Anfang des 16. Jhs. erhalten geblieben.

UÞUPIS-BEZIRK
Der Uþupis-Bezirk, seit dem 16. Jh. ein Vorort der Armen, ist mit dem Zentrum der Stadt durch drei Brücken über die Vilnelë verbunden. Im Gegensatz zu seiner Geschichte hat sich Uþupis in letzter Zeit zum Viertel der Künstler, Jugend und Reichen entwickelt, wo zahlreiche Veranstaltungen organisiert und Projekte angestoßen werden. Am Eingang zum Bezirk steht ein Schild mit der Aufschrift ?Uþupis-Republik?.

VOKIEÈIØ-STR. (DEUTSCHE STR.)
Die Vokieèiø-Straße ist eine der ältesten in Vilnius und erhielt ihren Namen von den deutschen Kaufleuten und Handwerkern, die sich hier schon im 14. Jh. niedergelassen hatten. Im 16. Jh. war diese Straße die schönste der Stadt, ein Ruf, den sie bis heute verteidigt. Die Vokieèiø-Straße ist eine wichtige Lebensader der Altstadt mit vielen schönen Geschäften, Straßencafés und Springbrunnen. Und im Winter verwandelt sich die Vokieèiø-Straße in eine ?Weihnachtsallee?.

Pazaisliskloster
Das im 17. Jh. erbaute Kloster gilt als eine der schönsten Barockbauten Litauens und gehört den Kamaldullen-Nonnen. Im Sommer finden hier Konzerte des Pazaislisfestivals statt.

Rathaus
Baubeginn war das Jahr 1542. Seitdem erhielt das oft auch als ?Weißer Schwan? bezeichnete Rathaus gotische, barocke und frühklassizistische Elemente. Die letzte Rekonstruktion fand 1970 statt. Ein Blick in den Keller lohnt sich. Dort finden gewöhnlich Ausstellungen moderner Keramik statt.

Ausstellung im Fernsehturm (Sausio 13-osis 10)
Dokumentation über die Massendeportationen litauischer Bürger durch Staïin, den Kampf um die Unabhängigkeit und die Ereignisse am Fernsehturm im Januar 1991.

Zentrum für moderne Kunst (Vokieciu 2)
Skulpturen im Innenhof. Das Zentrum zeigt wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.

Museum für Theater, Musik und Film (Vilniaus 41)
Es wurde erst kürzlich eröffnet und führt durch Litauens Theater-, Musik- und Filmgeschichte. Zusätzlich finden oft wechselnde Retrospektiven statt.



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