Neue OZ: Kommentar zu Kunst / Ausstellungen / Documenta
(ots) - Der Befreiungsschlag
Unter Roger M. Buergels Leitung war die letzte Documenta spürbar
verflacht, streckenweise gar zur Lachnummer verkommen. Inmitten einer
Flut von Biennalen und Großausstellungen braucht die Kasseler
Weltkunstschau dringend einen Befreiungsschlag. Mit Carolyn
Christov-Bakargiev könnteweiter
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Fußball-TV-Rechte
(19.08.2008) (ots) - Bernhard Heitzer ist derzeit die wohl
meistgehasste Person im deutschen Profifußball. Der 59-Jährige ist
weder Clubmanager noch Spielerberater oder Funktionär. Heitzer leitet
das Bundeskartellamt und hat sich mit seiner Behörde massiv in die
Bundesliga und ihre Vermarktung eingemischt. Von der Saison 2009/2010
an sollen die Fernsehrechte für sechs Jahre an das
Leo-Kirch-Unternehmen Sirius verkauft werden - bei garantierten
Einnahmen von drei Milliarden Euro für die Liga. Sirius tritt als
Zwischenhändler auf und veräußert einzelne Rechtepakete. Die
Mehreinnahmen für die 36 Erst- und Zweitligavereine hätten zur Folge,
dass die »heilige« Sportschau mit ihrer Berichterstattung eine Stunde
nach Abpfiff der Samstagsspiele geopfert werden müsste - um nach den
Regeln des Marktes durch eine Verknappung der Ware einen Mehrerlös
zum Beispiel im Abo- oder Internet-TV zu erzielen. Genau das will die
Wettbewerbsbehörde verhindern und die Sportschau vor 20 Uhr retten.
Die Begründung: Weil die gemeinsame Vermarktung der TV-Rechte über
die Deutsche Fußball-Liga (DFL) ein Kartell darstellt, muss dieses
Kartell Auflagen erfüllen und, so der Wortlaut aus dem Kartellamt,
»die Verbraucher angemessen an den Vorteilen der Zentralvermarktung
beteiligen.«
Vorerst darf sich Bernhard Heitzer als Retter der Sportschau feiern
lassen. Der Kartellamtschef geht davon aus, dass sich die DFL ein
neues Vermarktungsmodell überlegen werde. Dann allerdings ohne die
600 Millionen Euro von Leo Kirch pro Saison.
Logisch, dass die Profivereine den Streit nun juristisch zuspitzen
und eine richterliche Entscheidung erzwingen wollen. Rechtliche Wege
kann die DFL noch nicht beschreiten, da es sich bei der »Causa
Sportschau« nur um eine »dringende Empfehlung« der vermeintlichen
Kartellwächter handelt.
So bleiben drei Möglichkeiten:
1. Die DFL schreibt die TV-Rechte von 2009 bis 2015 wie geplant mit
Spielberichten im Free-TV erst nach 22 Uhr aus und sucht die
Konfrontation vor Gericht.
2. Man erfindet eine Art »Mini-Sportschau« von 19.15 bis 19.45 Uhr,
die der ARD dann sicher keine 100 Millionen Euro pro Jahr wert wäre.
3. Rechtehändler Sirius hat der DFL vorgeschlagen, eine werbefreie
Zusammenfassung der Samstagsspiele vor 20 Uhr im Digital-TV zu
zeigen, das technisch bereits für 90 Prozent aller Haushalte über ein
Decoder-Zusatzgerät empfangbar ist. Bei dieser Lösung hätte die ARD
das Nachsehen. Allerdings würden ihre 100 Millionen Euro fehlen.
Ob der Abo-Sender Premiere bereit wäre, diese Summe zusätzlich zu den
bislang 220 Millionen Euro pro Saison für ein im Vorfeld kaum zu
garantierendes Plus an Exklusivität zu bezahlen, ist stark zu
bezweifeln.
Wahrscheinlich zielt die Verlegung der Spielberichte ins digitale
Fernsehen auf die Kabelnetzbetreiber, die nach attraktiven Inhalten
suchen - und dafür zahlen.
DFL-Chef Christian Seifert soll dieses Vermarktungsmodell bereits im
Kartellamt vorgestellt haben. Die Liga blickt nach Bonn.
Originaltext: Westfalen-Blatt
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