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(19.11.2008) (ots) - Kurz vor der Verleihung des renommierten
Eugen-Biser-Preises an den muslimischen Großmufti von
Bosnien-Herzegowina, Mustafa Ceric, sind Zweifel an der Eignung des
Preisträgers laut geworden. Dies berichtet der "Kölner
Stadt-Anzeiger" (Mittwoch-Ausgabe). Ceric soll für seinen Beitrag zur
Verständigung der Religionen geehrt werden, hat aber mehrfach für die
Einführung des islamischen Rechts, der Scharia, im Westen und für die
"Islamisierung" Europas plädiert. Der Historiker Michael Wolffsohn,
jüdisches Mitglied im Stiftungsrat der Biser-Stiftung, sagte der
Zeitung, sollten diese Vorwürfe zutreffen, halte er Ceric für
ungeeignet. Entscheidend sei, dass es sich bei den Geehrten "um
Brückenbauer und nicht um irgendwelche Fundis" handele. Der
Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, Heiner Köster, sprach von der
Möglichkeit, dass die Preisverleihung auf einer "Täuschung" basiere.
Ceric soll mit zwei weiteren muslimischen Theologen geehrt werden,
weil er nach der umstrittenen Regensburger Rede von Papst Benedikt
XVI. aus dem Jahr 2006 ein Dialogangebot islamischer Gelehrter an den
Vatikan initiiert hatte. Als Laudator zur Verleihung des Preises,
benannt nach dem Religionsphilosophen und Theologen Eugen Biser, am
Samstag (22. November) in der Münchner Residenz ist
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorgesehen.
Ceric hatte im Mai in einer CDU-nahen Publikation betont, der Islam
in Europa beruhe auf den Grundpfeilern Glaube, Scharia und Imamat
(geistliche Führung). Die Verpflichtung auf die Scharia sei
"immerwährend, nicht verhandelbar und unbefristet", so Ceric in der
von der Europäischen Volkspartei (EVP) herausgegebenen Zeitschrift
"European View". Zwar soll er sich danach von diesen Aussagen
distanziert haben. In bosnischen Medien rief er allerdings zur
"Islamisierung und Institutionalisierung des Islam in Europa" auf.
Der 2002 gestiftete Eugen-Biser-Preis wurde bisher zweimal verliehen,
zuletzt an Kardinal Karl Lehmann.
Originaltext: Kölner Stadt-Anzeiger
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