|
|
(28.11.2008) (ots) - Für die kreative Ausgestaltung einer neuen
Sonntagskultur haben sich die Kulturbeauftragte des Rates der
Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bahr, und der
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann,
ausgesprochen. "Der arbeitsfreie Sonntag ist eine kulturelle
Errungenschaft, die wir nicht leichtfertig aufgeben dürfen. Wir
brauchen einen Tag, der uns daran erinnert, dass Leben mehr ist als
das, was wir leisten", betonte Petra Bahr bei einem gemeinsamen
Pressegespräch am Freitag, 28. November, in Berlin. "Es müsse
deutlich werden, dass der Einsatz für den Sonntagsschutz nichts
'Lustfeindliches' hat, sondern die Menschen vor der vollständigen
Ökonomisierung ihres Daseins bewahren will", so Olaf Zimmermann.
Neben der Forderung, dass die Läden am Sonntag geschlossen sein
sollten, gelte es, in Kirchen und Kultureinrichtungen besondere
Angebote für Familien und Singles zu gestalten. Kultureinrichtungen
sollten am Sonntag kostenlos sein und Kirchen geöffnet haben.
"Das Ideal der heilen Familie, die erst in den Gottesdienst geht,
dann den Sonntagsbraten genießt und sich nachmittags um das Klavier
versammelt, trägt nicht mehr überall", so Petra Bahr. "Deswegen muss
es heute darum gehen, den Sonntag jenseits von Kommerz und Konsum neu
als befreiendes Angebot zu gestalten, als Zeit der Gemeinsamkeit und
der Orte, wo Fragen nach dem Sinn und Ziel des eigenen Lebens Platz
haben." Dazu zählten auch alternative Gottesdienstzeiten und -formen.
"Wenn man zum Beispiel einen Kindergottesdienst im Zoo anbietet,
finden auch Kinder einen Zugang zur Geschichte der Arche Noah, die
vielleicht noch nie eine Kirchenschwelle übertreten haben."
Der arbeitsfreie Sonntag sei eine notwendige Unterbrechung der
Woche, die den Menschen die Chance gebe zu erkennen, dass sie nicht
nur für den Konsum da seien, sagte Olaf Zimmermann. Die Gestaltung
einer neuen Sonntagskultur sei in besonderer Weise eine
Herausforderung an die Kirchen und Kultureinrichtungen. "Wenn wir
fordern, dass die Leute am Sonntag nicht einkaufen gehen sollen,
müssen wir ein ansprechendes Alternativangebot machen. Dazu gehört
auch, dass öffentliche Bibliotheken, die bislang sonntags nicht
öffnen dürfen, die Gelegenheit erhalten, sonntags zu öffnen."
Angesichts der Finanzmarktkrise nehme er wahr, dass vermehrt nach
Sinn und Werten gefragt werde. "Jetzt ist genau die richtige Zeit,
darüber zu reden, was uns ein Gut wie der arbeitsfreie Sonntag
eigentlich bedeutet."
Hannover/Berlin, 28. November 2008
Pressestelle der EKD
Silke Römhild
Originaltext: EKD Evangelische Kirche in Deutschland
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/55310
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_55310.rss2
Pressekontakt:
Evangelische Kirche in Deutschland
Hans-Christof Vetter
Herrenhäuser Strasse 12
D-30419 Hannover
Telefon: 0511 - 2796 - 269
E-Mail: christof.vetter@ekd.de
287150 |
|
|