Neues Jugendprojekt: Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenz als individuelle Stärken erkennen
(ots) -
Elbstation startet Projektarbeit/Erster Jahrgang offiziell
aufgenommen
Die "Elbstation - Junge Akademie für Medien und Kultur" ist
eröffnet. Mit einer feierlichen Aufnahmezeremonie am 24. August
begrüßten die BürgerStiftung Hamburg und die MPC Capital Stiftung vor
rundweiter
WAZ: Soviel Kultur, soviel Aufbruch - Kommentar von Gudrun Norbisrath
(24.08.2006) (ots) - Das ist ein guter Tag für das Ruhrgebiet: Das
armselige Gezerre um die Finanzierung des Museum Folkwang hat ein
Ende, dank großherzigen Sponsorings. Gleichzeitig beginnt mit der
Eröffnung der Entry auf Zollverein ein neues, faszinierendes Kapitel
der Nutzung für das Weltkulturerbe.
Der Umbau der ehemaligen Kohlenwäsche war und bleibt umstritten;
immer wieder wurde der Denkmalschutz bemüht, um die Fragwürdigkeit
des Unternehmens zu unterstreichen. Da schwang gelegentlich auch
Misstrauen mit, ob das Ruhrgebiet sein Weltkulturerbe verbraten
würde. Doch der Denkmalschutz hatte zum Schluss offenkundig keine
Einwände mehr, und das Ergebnis der Sanierung ist fantastisch.
Natürlich hat das Nachbauen "als ob" immer auch den
Disneyland-Effekt; echt ist das eben leider nur teilweise. Doch die
Alternative wäre Abreißen gewesen. Und übrigens: Die Dresdner
Frauenkirche wäre mit diesem Argument ein Steinhaufen geblieben.
Die Eröffnung der Kohlenwäsche ist ein Aufbruch. Die
Designausstellung wird kaum das ganz große Publikum erreichen, sie
verlangt theoretische Auseinandersetzung und ein hohes
Abstraktionsvermögen. Doch wenn 2007 das Ruhrmuseum einzieht, wird
ein Raum von unerhörter Attraktivität entstehen. Er wird die
Vergangenheit des Ruhrgebiets auf doppelte Weise spiegeln; die
erschütternd eindrucksvollen Maschinenteile werden selbst zu
Exponaten.
Das Beste an diesem Konzept aber ist, dass es sich nicht an eine
Elite wendet, sondern zuerst an diejenigen, die in Räumen wie diesen
gearbeitet haben. Hier kann Verständnis wachsen: dass Kunst die Kraft
hat zu bewegen, und dass durch sie diese Räume lebendige Orte der
Erinnerung werden.
Ein gut besuchter Ort Zollverein könnte auch der Einsicht
nachhelfen, dass Kunst ein Motor ist, der die Region voran bringt.
Der das Image verbessert und auf dem kleinen Umweg über den Tourismus
sogar Geld heranschafft. Das ist nicht selbstverständlich,
traditionell bringt Kultur kein Geld; sie braucht welches. Deshalb
ist die Kultur so dringend auf Sponsoren angewiesen; die öffentliche
Hand muss und soll auch viel Anderes fördern.
Im Ruhrgebiet hat sie überraschend schnell begonnen, diese
Einsicht; hier hat die Kultur heute einen Rang wie niemals zuvor. Es
ist der erste erfreuliche Effekt des Titels Kulturhauptstadt 2010.
Weitere werden folgen. Doch schon heute gilt: Ein guter Tag für die
Kultur ist ein guter Tag für das Ruhrgebiet. WeilKultur für alle
ist.
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