Ärztliche Netzwerke in der Metropolregion Rhein-Neckar gegründet: Gemeinsam gegen das Informationsdefizit / Ärzte und Zahntechniker machen gemeinsam mobil

(25.10.2006) (ots) - Das deutsche Gesundheitssystem steht vor erheblichen Veränderungen. Doch während in Berlin Politiker und Lobbyisten um Interessen, Kosten und Reformen streiten, entwickeln Ärzte und Zahntechniker Eigeninitiative. Das Schlagwort heißt Netzwerk-Initiative. In der Metropolregion Rhein-Neckar wurden gleich zwei davon gegründet.

"Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen", ist einer der Leitsätze von Wolfgang Bollack, Zahntechnikermeister aus der kleinen Gemeinde Gaiberg bei Heidelberg. Der Zahntechnikermeister gründete in Heidelberg gleich zwei Netzwerke von Ärzten, die den Folgen der Gesundheitsreform und den Auswirkungen der massiv veränderten Rahmenbedingungen unserer Gesellschaft entgegen wirken sollen. "Diese Netzwerke haben zum Ziel, in erster Linien die Patienten optimal zu informieren", erklärt Wolfgang Bollack. Es könne nicht angehen, dass die wahren Vorzüge und Errungenschaften der modernen Medizin vom Jammern über Kostensteigerungen bei Kassen und Politikern überdeckt werden.

Qualität habe immer ihren Preis, aber Patienten seien auch bereit, diesen Preis zu bezahlen - wenn sie richtig informiert seien und vom Nutzen überzeugt würden. Offensichtlich gibt es bei einer breiten Bevölkerungsschicht ein großes Informationsdefizit in Sachen Gesundheit. Ein Defizit, das aber auch zwischen den Ärzten und ihren unterschiedlichen Disziplinen besteht. So dient das neue Informationsnetzwerk "Schnarchen ernst nehmen" dazu, Patienten und Ärzte gemeinsam über moderne Therapieformen aufzuklären. Humanmediziner, die im Medi-Gesundheitsnetz Rhein Neckar mit seinen 79 Mitgliedern zusammen geschlossen sind, kooperieren dabei mit Zahnärzten und Dentallabors, um gemeinsame Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen zu organisieren und wirtschaftlich die Synergieeffekte von Netzwerken nutzen. "Immer mehr Billiganbieter aus dem Ausland drängen mit einfacher Standardzahntechnik in erstaunlich guter Qualität auf den Markt", beobachtet Bollack. "Da gilt es, die Qualitätskriterien für deutschen Hightech-Zahnersatz, der weltweit zur Spitzenliga zählt, neu zu bewerten und zu publizieren." Billig alleine sei kein Erfolgrezept für die Zukunft - das müsse den Patienten neu vermittelt werden. "Preiswerten Zahnersatz importieren kann jeder - auch wir. Uns gelingt es immer häufiger, mit deutscher Spitzenqualität Ausländer nach Deutschland zu holen. Das ist auch ein Weg, die beste Zahntechnik der Welt vor Ort am Leben zu erhalten.

Und wie sehen die Netzwerke konkret aus? Neben einem verstärkten Marketing-Engagement in der Metropolregion werden für Patienten kostenlose und völlig unverbindliche Sprechstunden eingerichtet - ganz ohne Überweisung und Praxisgebühr. Bei den angeschlossenen Medizinern kann man sich beispielsweise zum Thema Schnarchen ausführlich informieren lassen. Ähnliches gilt auch für das neue Informationsnetzwerk "Zahnmedizin / Implantologie". Kostenlose Implantat-Sprechstunden helfen Patienten bei der Entscheidung, die richtige Form des Zahnersatzes zu wählen. Ergänzend wird an einem Gesundheitsportal im Internet gearbeitet, um Patienten über die neuen Behandlungsmethoden und Verfahren sowie die Netzwerke zu informieren und den direkten Kontakt zum richtigen Spezialisten zu erleichtern. Bislang sind den Netzwerken über zwei Dutzend Mediziner unterschiedlicher Fachrichtung aus der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar beigetreten, Tendenz steigend. "Das Interesse ist groß", sieht sich Wolfgang Bollack in seinem Engagement bestätigt; "bei Patienten wie bei Ärzten."

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