Seehofers Erstes: die Feuerprobe steht noch aus / Naturland warnt davor, der Agro-Gentechnik den Weg zu ebnen

(17.11.2006) (ots) - Am 22. November 2006 ist Horst Seehofer ein Jahr im Amt, doch die Feuerprobe muss der Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erst noch bestehen: die Novellierung des Gentechnikgesetzes ist noch nicht vom Tisch. "Hier wird sich zeigen, ob der Minister für die Interessen von Verbrauchern, Bauern und Umwelt gerade steht, oder ob sie der High-Tech-Initiative der Forschungsministerin geopfert werden", kommentiert Hans Hohenester, Präsidiumsvorsitzender von Naturland die Bewährungsprobe des Ministers.

Bisher schützt das deutsche Gentechnikgesetz die Landwirte, die gentechnikfrei auf Deutschlands Äckern wirtschaften und die Verbraucher, die zu über 70 Prozent kein Gen-Food wünschen. Doch das Landwirtschaftministerium arbeitet an einem Änderungsvorschlag für das Gesetz, um den Anbau von gentechnisch verändertem Pflanzen zu forcieren. Die in der Diskussion stehenden Veränderungen lassen eine Verschlechterung für Bauern, Verbraucher und Umwelt befürchten. Geplant ist unter anderem, dass die Anwender der Gentechnik nur noch in den Fällen haften müssen, bei denen die gentechnische Verunreinigung über 0,9 Prozent liegt. Das würde vor allem den Öko-Bauern schaden, deren Kunden keinerlei gentechnische Verunreinigung tolerieren, und einer schleichenden Verunreinigung der gesamten Nahrungskette und der Umwelt Tür und Tor öffnen. "Wer den Grenzwert von 0,9 Prozent als Regelfall akzeptieren will, lässt die Bauern im Regen stehen und missachtet die Ängste der Mehrheit der Verbraucher. Wir warnen den Minister davor, der Industrie Hintertürchen für eine Technik zu öffnen, für die sie nicht gerade stehen will, sondern die Bauern und Verbraucher zahlen sollen," so Hans Hohenester weiter.

Mehrmals hat Landwirtschaftsminister Horst Seehofer in seiner einjährigen Amtsperiode gefordert, ihn an seinen Taten zu messen. Doch in Sachen Gentechnik hat Seehofer die Interessen der Verbraucher und Landwirte schon zweimal unter den Verhandlungstisch fallen lassen: bei der Zulassung von drei genmanipulierten Maissorten für den kommerziellen Anbau gleich zu Beginn seiner Amtsübernahme und der Zustimmung für die Einfuhr von keimfähigen Gen-Rapssaatguten der Firma Bayer im EU-Agrarministerrat im September dieses Jahres,

Naturland fördert den Ökologischen Landbau weltweit und ist mit über 46.000 Bauern einer der größten ökologischen Anbauverbände. Als zukunftsorientierter Verband gehören für Naturland Öko-Kompetenz und soziale Verantwortung zusammen.

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