Goethes Todestag

(21.03.2007) (ots) - Zum 175. Todestag von Johann Wolfgang von Goethe sind in der Literarischen Tradition (WFB Verlag, Bad Schwartau) zwei neue Bücher erschienen. Goethes »'Lust zu fabulieren' war bekanntlich die Kurzformel, auf die Goethe sein Dichtertalent brachte.« Ein Beleg hierfür ist »Das Märchen«, das Goethe an den Schluß der »Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten« setzte. Nach der Erstveröfflichung in Schillers »Horen« waren Freunde und Leser begeistert und feierten ihn, weil er das Märchenerzählen zu neuer Blüte brachte. Die Neuausgabe von Goethes »Märchen« (Literarische Tradition in der WFB Verlagsgruppe, ISBN 978-3-86672-101-2; Hardcover, 19,50 Euro) wird ergänzt mit Zeichnungen von Hans Meid, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Buchillustratoren Deutschlands zählte.

Während Goethe zu Lebzeiten als »Weltliterat« gefeiert wurde, begann sein Stern im ersten Halbjahr des 19. Jahrhunderts zu sinken. Um so erstaunlicher ist der Essay von Karl Gutzkow (»Über Goethe - Im Wendepunkt zweier Jahrhunderte - Eine kritische Verteidigung; ISBN 978-3-86672-014-5; 10,50 Euro, Literarische Tradition in der WFB Verlagsgruppe, Bad Schwartau). Gutzkow, einer der bedeutendsten Vertreter der Vormärzliteratur, setzte sich mit diesem Essay, der nur vier Jahre nach dem Tode Goethes erschienen war, zwischen sämtliche Stühle. Dennoch oder gerade deshalb hat dieser Essay bis heute seine Bedeutung erhalten, unterstreicht er doch die Ausnahmestellung Goethes als Dichter der zur Weltliteratur gehört Für Gutzkow war Goethe ein Genie, während er Schiller als Talent einstufte. »Genie und Talent werden wohl am besten so unterschieden, dass jenes auf die Erfindung und dieses auf die Nachahmung bezogen wird.«

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