(ots) - Auf den ersten Blick überrascht es nicht, dass jetzt
in den Staatskassen wieder ein größeres Etatloch aufplatzt.
Verglichen mit den Ansätzen vom Frühsommer - der Konjunkturhimmel
schien sich damals lediglich leicht einzutrüben - peilt die Große
Koalition nun für 2009 eine Ausweitungweiter
Transparenz im Heilmittelbereich verbessert / Krankenkassen erweitern Quartalsberichte arzt- und altersbezogen
(21.08.2007) (ots) - Die Spitzenverbände der gesetzlichen
Krankenkassen haben die Transparenz der Heilmittelversorgung deutlich
verbessert. Unter Heilmitteln versteht man zum Beispiel
Krankengymnastik sowie Sprach- oder Ergotherapie. Erstmalig ab dem 1.
Quartal 2007 sind auch Auswertungen über die Ausgaben- und
Mengenentwicklung von Heilmitteln nach Altersgruppen zugänglich. So
ist erkennbar, dass die Gruppe der 65- bis unter 70-Jährigen die
meisten Heilmittel erhält. 860.000 Verordnungen mit einem
Ausgabenvolumen von 91 Mio. EUR entfallen auf diese Altersgruppe im
ersten Quartal 2007. Dies macht ca. 10 Prozent der
Gesamtnettoausgaben (905 Mio. EUR) aus. Zum Vergleich erhält die
Gruppe der 60- bis 65-Jährigen nur 617.000 Verordnungen mit einem
Ausgabenvolumen von 62 Mio. EUR.
Kinder und Jugendliche sind die Hauptempfänger von Ergotherapie -
sowie Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie. So werden zum Beispiel für
die Altersgruppe der 5- bis unter 10-Jährigen 154.000 von insgesamt
412.000 Verordnungen der Ergotherapie ausgestellt. Dies verursacht
Ausgaben in Höhe von 35 Prozent (46,9 Mio. EUR) der Ausgaben für
Ergotherapie. Bei der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie sind es
41.000 von 88.000 Verordnungen und 47 Prozent (41,7 Mio. EUR) der
Kosten für diesen Bereich.
Die vorgelegten Berichte mit Altersbezug, eingeteilt in
Altersgruppen von 5 Jahren, werden von den Krankenkassen im Internet
unter www.gkv-his.de bereitgestellt. Es werden ausschließlich die
Altersgruppen aufgeführt, in denen Heilmittelausgaben entstanden
sind.
Auf der Grundlage von Abrechnungsdaten der Heilmittelerbringer
werden die Heilmittelverordnungen der Ärzte für die gesamte
Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ausgewertet. Die Inhalte werden
nach Heilmittelbereichen, Facharztgruppen und nach Alter
differenziert und auf Bundesebene sowie nach Kassenärztlichen
Vereinigungen (KVen) dargestellt. Ärzte und Kassen können mit diesen
Ergebnissen die Versorgung weiter verbessern, und Versicherte können
sich so einen Überblick über die Heilmittelausgaben verschaffen.
Weiterhin erhalten die KVen und Landesorganisationen der
Krankenkassen die Frühinformationen über das Verordnungsgeschehen im
Heilmittelbereich für den einzelnen Arzt. Über die KV kann der Arzt
so einen Gesamtüberblick über den Umfang seiner Heilmittelverordnung
auch im Vergleich zu seiner Fachgruppe erhalten.
Die Berichte und Frühinformationen sind Ergebnis des
Heilmittel-Informations-Systems (GKV-HIS), mit dem die
Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen seit 2005 mit
differenzierten Quartalsberichten mehr Transparenz in den
Heilmittelbereich gebracht haben. Somit ist es den Kassen und KVen
gemeinsam möglich, die eingesetzten Ressourcen noch gezielter zu
untersuchen und zu steuern.