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(22.04.2008) (ots) - Die Entstehung der Adipositas wird durch ein
komplexes Netzwerk von Genen beeinflusst. Damit befassen sich neue
Forschungen, die von Wissenschaftlern des Pharmaunternehmens MSD in
Zusammenarbeit mit Forschern verschiedener Universitäten durchgeführt
wurden. Ergebnisse wurden kürzlich in zwei Originalarbeiten in der
renommierten Fachzeitschrift Nature [1, 2] publiziert.
Die beiden experimentellen Arbeiten unterstützen die These, dass
die weit verbreiteten Erkrankungen Adipositas, Diabetes mellitus oder
Atherosklerose nicht nur durch einzelne Gene ausgelöst werden, die
wie ein Lichtschalter an- oder ausgeschaltet werden können. In
aufwändigen Analysen und mit speziellen Computerprogrammen wurde
nachgewiesen, dass an solchen Erkrankungen viele Gene mitwirken, die
zudem untereinander verbunden sind.
Therapien der Zukunft erfordern umfangreichen Forschungsaufwand
"Die beiden Publikationen zeigen, dass die genetische
Prädisposition für weit verbreitete Erkrankungen nicht durch
Veränderungen in einzelnen wenigen Genen bedingt ist, sondern dass
ein ganzes Netzwerk genetischer Faktoren beteiligt ist", so Dr. med.
Thomas Lang, Medizinischer Direktor von MSD in Deutschland. "Vor
diesem Hintergrund ist ein genaues Verständnis dieser Netzwerke
erforderlich, um die besten therapeutischen Ansatzpunkte zu
identifizieren." Dr. med. Thomas Lang: "Es wird keine einfachen
Antworten auf die Fragen nach den Ursachen und den besten
Behandlungsansätzen für komplexe Erkrankungen geben. Die
Nature-Publikationen belegen aber das Engagement von MSD in der
medizinischen Forschung und für die Entwicklung von Therapien der
Zukunft."
Adipositas - eine Folge von Veränderungen im Netzwerk der Gene?
Bei den Untersuchungen an Mäusen und an Blut- und Gewebeproben von
über 1.000 Personen aus Island konnte für die Adipositas ein
wichtiges Unternetzwerk, das Makrophagen-angereicherte metabolische
Netzwerk (MEMN = macrophage-enriched metabolic network),
identifiziert werden. Im MEMN finden sich unter anderem Gene, deren
Zusammenhang mit der Adipositas bereits 2005 publiziert wurde, wie
Zfp90, Tgfbr2, C3ar1 und Alox5ap. Nun wurden neue Gene nachgewiesen,
die bei der Adipositas beteiligt sind:
- Lipoproteinlipase (Lpl)
- Lactamase ß (Lactb)
Das Enzym Lipoproteinlipase ist hauptverantwortlich für die
Hydrolyse von zirkulierenden Triglyzeriden. Eine geringe Aktivität
von Lpl korreliert mit einem hohen Anteil von Körperfett beim
Menschen. Lactb ist eine Serinprotease, die eine große Ähnlichkeit
zum bakteriellen Lactamase-Gen aufweist. Über ihre Funktion im
menschlichen Körper ist noch wenig bekannt. Ein weiteres neu
entdecktes Gen ist Proteinphosphatase-1-like (Ppm1l), es kann
Merkmale von Adipositas, Diabetes mellitus und Hypertonie
beeinflussen.
Durch groß angelegte molekulare Untersuchungen und durch Analyse
genotypischer sowie klinischer Daten von großen Populationen möchte
man nun erforschen, wie ein Netzwerk von Geninteraktionen die
Entstehung von Krankheiten begünstigt und beeinflusst. Hieraus
wiederum erhofft man sich, neue und vor allem gezieltere
Behandlungsverfahren entwickeln zu können.
1. Chen Y., Zhu J. Lum PY, et al., Variations in DNA elucidate
molecular networks that cause disease. Nature 2008;Vol 452:429-435
http://www.nature.com/nature/journal/v452/n7186/pdf/nature06758.pdf
2. Emilsson V., Thorleifsson G., Leonardson AS, et al. Genetics of
human gene expression and gene-gene transcriptional networks. Nature,
published online March 16, 2008.
http://www.nature.com/nature/journal/v452/n7186/pdf/nature06757.pdf
Originaltext: MSD Sharp & Dohme GmbH
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/6603
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Pressekontakt:
Dr. Kay Rispeter, MSD SHARP & DOHME GMBH, Lindenplatz 1, 85540 Haar
Tel: 089/4561-1937, Fax: 089/4561-1329, E-Mail: kay_rispeter@msd.de
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