Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Rolle des Staates
(ots) - Von Roland Koch war zuletzt nicht viel zu hören
- und wenn, dann war das nicht gerade positiv. Gestern aber hat der
geschäftsführende hessische Ministerpräsident einen Paukenschlag im
positiven Sinne gelandet. In einem Interview lehnte Koch die Rückkehr
zur alten Pendlerpauschale rigoros ab und stellteweiter
WAZ: Nicht reden, handeln! - Kommentar von Jürgen Polzin
(09.05.2008) (ots) - Das Trinkwasser aus der Ruhr soll das beste Wasser
weit und breit werden - an diesem Versprechen wird man
NRW-Umweltminister Uhlenberg messen.
Über vier Millionen Menschen im Ruhrgebiet trinken das Wasser der
Ruhr, das mit hohem Aufwand aufbereitet werden muss. Pestizide aus
der Landwirtschaft schwimmen darin. Industriebetriebe leiten ihre mit
Chemikalien wie PFT oder Tosu belasteten Abwässer in die Kläranlagen
ein. Und aus den Fallrohren der Häuser kommt ein Cocktail ganz
besonderer Art: Arzneiwirkstoffe, Hormone, Antibiotika.
Wie dieser Cocktail wirkt, ist ungewiss. Auch wissen wir nicht,
wie viel Stoffe überhaupt im Wasser sind. Sie zu messen, würde pro
Tag hunderttausende Euro kosten. Deswegen muss alles getan werden,
damit diese Stoffe erst gar nicht in die Ruhr gelangen.
Die Ruhr aber wird durch Ankündigungen nicht sauberer, sondern
nur durch ein gemeinsames Handeln aller Verursacher. Denn Wasserwerke
sind keine Reparaturbetriebe, und ein Kohlefilter darf nicht der
Freifahrtschein für Verschmutzer sein.