(ots) - Alle sitzen in einem Boot. Aber sitzen sie wirklich,
auch wenn die nächste große Welle kommt? Und rudern sie alle
dauerhaft in die gleiche Richtung? Dem Himmel, genauer gesagt: dem
Weltwährungsfonds (IWF) sei Dank, dass nach diesem Wochenende
berechtigte Hoffnung keimt, dass es weltweit zu einem Aktionsbündnisweiter
(18.05.2008) (ots) - Dalai Lama wird der SPD zum Problem
Von Jörg Fleischer
Es lässt sich ausgiebig darüber spekulieren, wie sehr ein kurzes
Treffen zwischen dem Dalai Lama und Außenminister Frank-Walter
Steinmeier den berechtigten Anliegen der Tibeter genützt und den
sensiblen deutsch-chinesischen Beziehungen geschadet hätte.
Steinmeier hätte bei dieser Gelegenheit Courage zeigen und zugleich
Worte des Ausgleichs finden können. Er hielt es aber für mutiger,
sich nicht mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter zu treffen.
Für diese außenpolitische Linie mag es durchaus respektable Gründe
geben - nur sollte diese Linie dann bitte auch von allen Mitgliedern
der Regierung getragen werden. Steinmeiers Parteifreundin, Heidemarie
Wieczorek-Zeul, hat sie konterkariert und Flurschaden angerichtet.
Die Entwicklungsministerin trifft sich mit dem Dalai Lama und macht
deutlich, dass es mit der Abstimmung in der Koalition und vor allem
unter Genossen nicht so weit her ist. Steinmeier, der als möglicher
Kanzlerkandidat nicht beschädigt werden soll, steht düpiert da. Und
über den ahnungslosen SPD-Chef erfährt die Öffentlichkeit einmal
mehr: Es läuft in der Partei vieles an Beck vorbei.
Beim Thema Dalai-Lama-Besuch, das ohnehin nicht zu den
diplomatischen Meisterstücken der Regierung zählt, stehen die
Sozialdemokraten nun als die großen Verlierer da.
Originaltext: Westfalenpost
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