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(21.05.2008) (ots) - SPD macht Präsidenten-Frage spannend
Von Winfried Dolderer
Von Kurt Beck meint man zu wissen, dass er nichts dagegen hätte, wenn
im nächsten Jahr Horst Köhler mit den Stimmen der Sozialdemokraten
zum Präsidenten wiedergewählt würde. Die Frage ist nur: Kommt es in
der SPD auf Herrn Beck an? Von Peter Struck ist bekannt, dass er eine
zweite Amtszeit Köhlers unterstützt. Indes, auch auf Herrn Struck
kommt es allenfalls bedingt an. Das hat sich gezeigt, als ihm in
Sachen Diätenerhöhung die Mehrheit in der Fraktion wegbrach.
Bei der SPD weiß man eben derzeit nicht, woran man ist. Dass sie
neuerdings geneigt ist, dem populären Köhler eine Herausforderin
entgegenzustellen, daran ist im Prinzip nichts zu kritisieren, außer,
dass sich darin erneut das Machtvakuum an ihrer Spitze offenbart. Die
SPD hat einen Vorsitzenden, den die Parteilinke nach Belieben vor
sich hertreibt. Dass eine rot-rot-grüne Präsidentschaftskandidatur
den schwankenden Beck um den Rest seiner Glaubwürdigkeit brächte,
wird jenen, die sie befürworten, keine große Sorge sein.
Nach aller Erfahrung gilt es als unüblich, dass sich ein amtierender
Bundespräsident bei unklaren Mehrheitsverhältnissen um eine
Wiederwahl bewirbt. Indes, man hat ja mit Köhler schon manch
erfrischend Unübliches erlebt. Zu wünschen wäre, dass er sich bald
erklärt. Ohne Rücksicht auf die SPD.
Originaltext: Westfalenpost
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