Westfalenpost: Am Ende des Lebens |
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| (25.06.2008) (ots) - Patientenverfügungen und die Politik
Von Winfried Dolderer
Wie weit reicht die Domäne der Politik? Und wie weit unsere
Fähigkeit, über unser Leben zu verfügen? Im Grunde sind das die
Fragen, wenn der Bundestag heute erstmals über eine Regelung zur
Gültigkeit von Patientenverfügungen debattiert.
Der Tod sei kein schicksalhaftes Ereignis mehr, sondern Ergebnis
einer von Menschen getroffenen Entscheidung, haben die Antragsteller
in ihren Gesetzentwurf geschrieben. Ist man überempfindlich, wenn man
das für eine reichlich frischfröhliche Formulierung hält in einem
solchen Zusammenhang? Tut man den Verfassern Unrecht, wenn man
dahinter einen unbefragten Glauben an die politische Gestaltbarkeit
aller Lebensverhältnisse einschließlich der letzten Dinge vermutet?
Die Konsequenz aus dieser Formulierung wäre ja, dann auch wie in
manchen unserer Nachbarländer die aktive Sterbehilfe zu gestatten.
Diese Konsequenz zieht zu Recht niemand im Bundestag.
Rechtssicherheit allerdings, sie soll so weit wie möglich geschaffen
werden: Heute bestimmen, wie man in einer möglichst fernen Zukunft
sterben möchte. Indes, zum Wesen des Todes gehört nun einmal, dass
unsere Selbstbestimmung hier an ihre Grenze gelangt. Und können wir
wirklich jetzt schon genau wissen, wie uns am Ende unseres Lebens
zumute sein wird? Eine gewisse Skepsis gegenüber einem absolut
gesetzten Ideal der Selbstbestimmung ist hier angebracht.
Hoffen können wir, dass wir am Ende unseres Lebens Ärzte finden,
denen wir vertrauen, und Angehörige haben, die uns zur Seite stehen.
Auf die Regelungs-
kompetenz der Politik zu hoffen, wäre wohl eine Illusion. Originaltext: Westfalenpost Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/58966 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_58966.rss2 Pressekontakt: Westfalenpost Redaktion Telefon: 02331/9174160 257525 |
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