WAZ: Rückkehr aus China. Kommentar von Thomas Wels

(02.07.2008) (ots) - Die Karawane zieht weiter, zuweilen aber kehrt sie einfach um und auf dem selben Weg zurück, den sie gekommen ist. Künftig also schneidern wieder Steiff-Mitarbeiter in Giengen an der Brenz Teddys und anderes qualitätsvolles Kuschelgetier. Wie Steiff hat schon eine große Zahl anderer Unternehmen den Rückzug angetreten, weil sie China und das alleinige Starren auf die Lohnkosten als Irrweg erkannt haben. Ob Reinraumfertigung, Feinmechanik oder andere Präzisionsarbeiten - der Standort D ist für viele Unternehmen unter dem Strich immer noch Trumpf. Das ist die gute Nachricht. Ist das das Ende der Globalisierung? Wohl kaum. Die Kriterien allerdings verschieben sich. In China steigen die Löhne um 20 Prozent, vor allem aber haben die Transportkosten beziehungsweise die Lieferzeiten auf Grund der Ölpreisexplosion enorm zugenommen. Die Reeder reduzieren die Geschwindigkeit der Frachter, um so ihre Dieselkosten zu halbieren. Fazit: Der Standort D hat wachsende Chancen, wenn die Unternehmen nur gut genug sind.

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