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(06.07.2008) (ots) - Mit 16 gewann sie 1972 ihre erste Olympische
Goldmedaille im Hochsprung, 12 Jahre später wiederholte Ulrike
Nasse-Meyfarth den Erfolg. Für sie war der Sport Inspiration und
Kraftquelle zugleich. "Er hat mir persönlich Halt gegeben," erinnert
sich die heute 52-jährige im Interview mit der Frauenzeitschrift FÜR
SIE (15/2008; EVT: 8. Juli). "Ich war unsicher und schüchtern, im
Sport war das anders. Und im Verein habe ich Freunde gefunden." Mit
ein Grund, warum Nasse-Meyfarth heute für mehr Vereins- und
Schulsport plädiert und beim TSV Bayer 04 Leverkusen in der
Nachwuchsförderung arbeitet.
"Der Sport lehrt, sich Ziele zu setzen," erklärt die ehemalige
Leichtathletin. "Die Kinder und Jugendlichen können hier die eigenen
Leistungsgrenzen entdecken. Es macht ihnen Spaß, sich zu messen." Der
moderne Vereinssport biete heute gute Möglichkeiten, um den Nachwuchs
für Bewegung zu begeistern. "Die Vereine haben sich unheimlich
gewandelt in den letzten Jahren," sagt Nasse-Meyfarth. Man gehe mehr
auf die Wünsche der Kunden ein, sei es durch angeschlossene
Fitnessstudios oder durch verschiedene Kursangebote, unter anderem
auch für die Allerkleinsten. "Gerade dieser Bereich boomt total."
Insofern könne Vereinssport auch einen wichtigen Beitrag leisten,
damit nicht eine Generation unbeweglicher, unsportlicher Jugendlicher
heranwachse.
"Sport ist gut für die Sozialisation, für die Konzentration, er
wirkt sehr gut gegen Aggression," erläutert die zweimalige
Olympiasiegerin und beklagt die mangelnde Umsetzung von
Bewegungskonzepten. "Sport hat keine Lobby, überhaupt keine." Ein
Problem sieht sie unter anderem bei den Medien, die Jugendlichen etwa
in Castingshows vorgaukelten, dass Erfolg ohne Anstrengung zu
erreichen sei. "Erfolg im Sport ist dagegen immer hart erarbeitet,
und man lernt mit Misserfolgen umzugehen," sagt Ulrike
Nasse-Meyfarth. "Dieses Wissen hilft auch später im Beruf. Man weiß,
was man einsetzen muss, um Ziele zu erreichen."
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