Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau Kommentar zu Tour/Doping

(17.07.2008) (ots) - Konsequenz zahlt sich aus

JOACHIM SCHMIDT zur Dopingproblematik

So bitter die jüngsten Do pingfälle bei der Tour de France für die Glaubwürdigkeit des Hochleistungssports im Allgemeinen und für den Rad rennsport im Besonderen sind, so positiv sind sie für die Do ping-Fahnder. Gerade die jüngsten Fälle zeigen, dass der Abstand zwischen den Betrü gern und ihren Jägern in den Anti-Doping-Laboren sich er heblich verkürzt hat. In den In stituten wie dem von Professor Wilhelm Schänzer an der Deut schen Sporthochschule in Köln durfte man sich gestern be glückwünschen.

Andererseits zeigt die Zahl von jetzt bereits drei Überführten und zahlreichen Verdächtigen - bis zu 20 Fahrer sollen bei der Überprüfung aller Teilnehmer vor dem Tour-Start Blutwerte im Grenzbereich zum Doping besessen haben -, dass noch immer eine hohe Bereitschaft zum Betrügen unter den Rad profis herrscht.

Das konsequente Überprüfen von vor allem verdächtigen Fah rern - Ricardo Ricco wurde bei der Tour fast täglich getestet - durch die französische Anti-Do ping-Agentur hat sich als sinn voll erwiesen. Da gehen die Tour-Organisatoren offenbar ei nen konsequenteren Weg als es der in Dopingangelegenheiten zuweilen oberflächliche Welt verband UCI tut.

Der Wind der Erneuerung im Radrennsport, der von so vielen Beteiligten als zukunfts weisend beschworen wird, kommt einem angesichts der jüngsten Entwicklungen jedoch wie ein laues Lüftchen vor. An gesichts der jüngsten Vor kommnisse muss man sagen, dass man weit entfernt ist vom vermeintlich sauberen Rad rennsport. Das liegt daran, dass es noch immer zu viele Unverbesserliche in den Fahrer feldern gibt. Sie besitzen keine Skrupel, ihre Körper mit verbo tenen Substanzen aufzuput schen, wenn sie der Meinung sind, dass man sie nicht über führen kann.

So lange dieser Glaube bei den potenziellen Dopern vorherrscht, werden sich diese Falschspieler auch nicht durch noch so hohe Geld- und Frei heitsstrafen von ihrem krimi nellen Handeln abschrecken und abbringen lassen.

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Pressekontakt: Kölnische Rundschau Jost Springensguth print@kr-redaktion.de

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