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WAZ: Blatter zittert, wenn er Wind macht. Kommentar von Frank Lamers

(17.07.2008) (ots) - Neulich hat Sepp Blatter wieder einmal eine Menge Wind erzeugt, so viel Wind, dass es in Südafrika sogar zu erheblichen Schäden gekommen sein soll. Nicht nur an Material. Wahrscheinlich sind Menschen glatt aus ihren Stühlen gehoben worden, als der Präsident des Weltfußballverbandes erklärt hat, die WM 2010 müsse nicht unbedingt im tiefen Süden stattfinden, man hätte ja einen Plan B in der Schublade. Könnte alles Nonsens gewesen sein, Wind eben. Südafrika ist nämlich gerade dabei, einige Milliarden Euro (vier sollen es am Ende sein) in das Unternehmen Weltmeisterschaft zu investieren. Außerdem existieren ein paar von diesen selbst in Ballsportkreisen üblichen Verträgen. In denen soll festgehalten sein, dass allein eine Naturkatastrophe die WM in Südafrika verhindern kann. Dass darüber hinaus der deutsche WM-Berater Horst R. Schmidt beobachtet hat, dass die Annahme, auf dem Bau gehe es nicht voran, gar nicht der Wahrheit entspricht, mag den Schluss rechtfertigen, dass Blatter einfach scherzen wollte, neulich. Wahrscheinlicher jedoch ist, dass Südafrika, dieses Land, an das er die WM unbedingt vergeben wollte, weil so ein humanes Signal die eigene Persönlichkeit herrlich erstrahlen lässt, unter gravierenderen Problemen leidet als Arbeitsverweigerung an den Schippen. Südafrika ist offensichtlich zumindest in Teilen ein Land, das für Sicherheit nicht garantieren kann, und wenn befürchtet werden muss, dass auf einem Fest die Gefahr ständig auf der Lauer liegt, werden sich auch Fußballfans überlegen, zu Hause zu bleiben. Dass Blatter den möglichen Rückzug nun sanft testet, deutet an: Der Stratege hat spät, aber vielleicht nicht zu spät bemerkt, dass es möglich ist, sich an einem sozialen und politischen Gewicht zu verheben.

Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/55903 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_55903.rss2

Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-2727 zentralredaktion@waz.de

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