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(17.07.2008) (ots) - Neulich hat Sepp Blatter wieder einmal eine Menge
Wind erzeugt, so viel Wind, dass es in Südafrika sogar zu erheblichen
Schäden gekommen sein soll. Nicht nur an Material. Wahrscheinlich
sind Menschen glatt aus ihren Stühlen gehoben worden, als der
Präsident des Weltfußballverbandes erklärt hat, die WM 2010 müsse
nicht unbedingt im tiefen Süden stattfinden, man hätte ja einen Plan
B in der Schublade.
Könnte alles Nonsens gewesen sein, Wind eben. Südafrika ist nämlich
gerade dabei, einige Milliarden Euro (vier sollen es am Ende sein) in
das Unternehmen Weltmeisterschaft zu investieren. Außerdem existieren
ein paar von diesen selbst in Ballsportkreisen üblichen Verträgen. In
denen soll festgehalten sein, dass allein eine Naturkatastrophe die
WM in Südafrika verhindern kann.
Dass darüber hinaus der deutsche WM-Berater Horst R. Schmidt
beobachtet hat, dass die Annahme, auf dem Bau gehe es nicht voran,
gar nicht der Wahrheit entspricht, mag den Schluss rechtfertigen,
dass Blatter einfach scherzen wollte, neulich. Wahrscheinlicher
jedoch ist, dass Südafrika, dieses Land, an das er die WM unbedingt
vergeben wollte, weil so ein humanes Signal die eigene Persönlichkeit
herrlich erstrahlen lässt, unter gravierenderen Problemen leidet als
Arbeitsverweigerung an den Schippen.
Südafrika ist offensichtlich zumindest in Teilen ein Land, das für
Sicherheit nicht garantieren kann, und wenn befürchtet werden muss,
dass auf einem Fest die Gefahr ständig auf der Lauer liegt, werden
sich auch Fußballfans überlegen, zu Hause zu bleiben. Dass Blatter
den möglichen Rückzug nun sanft testet, deutet an: Der Stratege hat
spät, aber vielleicht nicht zu spät bemerkt, dass es möglich ist,
sich an einem sozialen und politischen Gewicht zu verheben.
Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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