(ots) - Alle sitzen in einem Boot. Aber sitzen sie wirklich,
auch wenn die nächste große Welle kommt? Und rudern sie alle
dauerhaft in die gleiche Richtung? Dem Himmel, genauer gesagt: dem
Weltwährungsfonds (IWF) sei Dank, dass nach diesem Wochenende
berechtigte Hoffnung keimt, dass es weltweit zu einem Aktionsbündnisweiter
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Freilassung der deutschen Geiseln
(20.07.2008) (ots) - Mehr als eine halbe Million Kurden leben in
Deutschland, frei von Unterdückung und Repressalien. Sie kämpfen wie
viele ihrer Landsleute in anderen europäischen Ländern mit
friedlichen Mitteln für die Unabhängigkeit Kurdistans oder zumindest
für eine weitgehende Autonomie.
Dass die deutschen Behörden hart gegen die Arbeiterpartei Kurdistans
(PKK) vorgingen, was letztlich 1993 auch zum Verbot der PKK führte,
hat handfeste Gründe. Brandanschläge auf Banken und türkische
Einrichtungen, Mordversuche und die Erpressung von »Spendengeldern«
gehen bis in die jüngste Vergangenheit auf das Konto von
PKK-Mitgliedern in Deutschland. Wenn die PKK-Führung in der Reaktion
deutscher Behörden und Gerichte eine feindliche Politik gegenüber der
PKK sieht, verkennt sie völlig das System eines Rechtsstaates. Wer
mit der Entführung von drei friedliebenden Bergsteigern eine
kurdenfreundliche Politik der Bundesregierung erzwingen will, darf
sich über entsprechende Reaktionen aus Berlin nicht wundern.
Man kann nur hoffen, dass die PKK die drei Deutschen aus der Einsicht
heraus wieder freigelassen haben, dass Geiselnahmen keinen Sinn
machen. Die PKK hat mit der Entführung der kurdischen Sache nur
geschadet.
Originaltext: Westfalen-Blatt
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