Börsen-Zeitung: Staatsbankrott Kommentar zum drohenden Staatsbankrott Islands, von Gottfried Mehner.
(ots) - Die gesamte Finanzwelt droht
auseinanderzufliegen. Warum sollte da die Nachricht, dass es auf
Island derzeit noch gewaltiger zischt und brodelt als sonst, weil
neben den Geysiren auch das Finanzsystem aus dem letzten Loch pfeift,
für große Aufregung sorgen? Weil sich hier in einem Brennglas das
beobachten lässt,weiter
WAZ: In diesem Streit gibt es nur Verlierer. Kommentar von Hans-Josef Justen
(22.07.2008) (ots) - Einer der wichtigsten olympischen Grundgedanken
wurzelt in der hehren Absicht, im Streben nach harmonischer
Gemeinsamkeit eine Art Familienzusammenführung unter den Völkern der
Welt zu bewerkstelligen. Doch genau dieses löbliche Ziel ist durch
das Gezänk um die Teilnahme prominenter Fußball-Profis schon fast
verfehlt worden. Denn hier dominiert kein verträgliches Miteinander,
sondern ein unerträgliches Gegeneinander unter Spielern, Vereinen und
Verbänden. Schalkes Rafinha und der Bremer Diego widersetzen sich mit
Sturheit und Beharrlichkeit der Anordnung ihrer Klubs, die wegen
unterschiedlicher, nicht klar definierter Rechtsauslegung mit dem IOC
und der FIFA im Clinch liegen.
Jetzt soll der internationale Sportgerichtshof entscheiden, was
richtig spannend werden kann: Urteilt er zu Gunsten der Vereine, die
mit Recht darauf bestehen, die vertraglichen Pflichten ihres
hochbezahlten Personals einzufordern, oder stützt er die Auffassung
des IOC und der FIFA, die eine Berufung zu Olympia mit nationaler
Ehre gleichsetzen?
Doch wie auch immer das Urteil ausfällt - es kann nur Verlierer
geben: Dürfen Rafinha und Diego in Peking teilnehmen, fühlen sich die
Klubs über den Tisch gezogen. Wird beiden Millionaros aber der
schwärmerische Traum zerstört, werden sie wohl nicht gerade
begeistert in den Alltagstrott ihrer Arbeitgeber zurückkehren, die im
Zweifel jedoch mit noch weit schlechteren Karten spielen. Denn die
begehrten Stars werden ganz schnell wieder eine alternative Baustelle
finden, wenn sie aus Groll gar den Rausschmiss provozieren sollten.
Sie sitzen am längeren Hebel und können der Lösung des Problems
deshalb mit größerer Gelassenheit entgegensehen als die Vereine.