Allg. Zeitung Mainz: Kommentar Allgemeine Zeitung Mainz zu Datenskandal |
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| (18.08.2008) (ots) - Allgemeine Zeitung Mainz zu Datenskandal Der Datenskandal weitet sich auf atemberaubende Weise aus. Und was in solchen Fällen so sicher folgt wie das Amen in der Kirche, ist der Reflex, den Politiker von Kindesbeinen an einüben: der Ruf nach härteren Gesetzen. Das soll die Bürger beruhigen, spiegelt Entschlossenheit vor, zeigt in aller Regel aber lediglich inhaltliche Hilflosigkeit. Im aktuellen Fall gesellt sich nun noch die Forderung hinzu, der Datenschutz müsse ins Grundgesetz. Doch da ist er faktisch schon, als "Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung", das vom Bundesverfassungsgericht schon vor mehr als zwei Jahrzehnten kreiert wurde. Des Pudels Kern liegt tiefer. Bei denjenigen, die, wenn auch nicht kriminell, so doch bedenkenlos mit anderer Leute Daten handeln, fehlt offensichtlich das Unrechtsbewusstsein. Und bei denen, die ihre Daten selbst in Umlauf bringen, fehlt die Sensibilität für die Brisanz des Themas. Letzteres liegt, vereinfacht gesagt, an der Computerisierung der Welt. Die mentale Grundphilosophie unserer Zeit lautet: Im Zweifel hat der Rechner Recht, und wer sich ziert, der Maschine die Auskünfte zu erteilen, die sie gerne haben möchte, ist mindestens rückständig. Diese Bewegung hat in den vergangenen Jahren rasant an Tempo gewonnen. Kommunizieren und kaufen im Netz, das ist fast der Normalfall. Gut und schön, aber jeder sollte sehr genau überlegen, in welchen Kanal er welche seiner Daten eingibt. Zwar wird zumeist abgefragt, ob man mit der Weitergabe der Selbst-Auskünfte einverstanden ist. Aber das "okay" an dieser Stelle ist irgendwie schon blinde Routine geworden. Es wäre gut, wenn sich das wieder ändert. Persönliche Daten, zumal solche über Bankverbindungen, Einkommensverhältnisse oder gar Krankheiten, sind alles andere als Routinekram. Diese Erkenntnis sollte uns allen in Fleisch und Blut übergehen. Originaltext: Allgemeine Zeitung Mainz Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/65597 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_65597.rss2 Pressekontakt: Allgemeine Zeitung Mainz verantwortlich: stellvertretender Chefredakteur Peter Königsberger Telefon: 06131-48-5921 pkoenigsberger@vrm.de Für die Nachricht "Allg. Zeitung Mainz: Kommentar Allgemeine Zeitung Mainz zu Datenskandal" übernehmen wir keine Haftung für Richtigkeit oder Volständigkeit. Die inhaltliche Haftung liegt beim presserechtlichen Meldungsgeber: ots / 266632 |
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