(19.08.2008) Jede Geschichte hat einen Anfang. Die Geschichte des Circis Sarrasani Trocadero hat sogar zwei. Der erste Beginn war im Jahre 1912, als Hans Stosch-Sarrasani mit dem „Circus-Theater der 5000“ in der sächsischen Hauptstadt Dresden einen der modernsten Zirkusbauten Europas eröffnete. Restaurants, Bars und ein Varietés gehörten dazu, letzteres hieß Trocadero Sarrasani. Man feierte damals dieses Variete als vornehmste Spielstätte Sachsens, und bereits in dieser Zeit konnte man dort vor, während oder nach der Vorstellung etwas essen.
Heute genügt es nicht mehr, einfach nur Zirkusshows zu machen! Clowns und Akrobaten alleine holen kaum noch jemand hinter dem Ofen hervor. Doch ein Spektakel, das multifunktional und ein Rundum-Erlebnis ist, schafft das allemal. Auch dem Trocadero blieb während der beiden Weltkriege, der Inflation und Weltwirtschaftskrise ein wechselvolles Schicksal nicht erspart. Am End wurde das Trocadero im Bombenhagel zerstört. Doch im Jahre 2004 gab es einen Neubeginn im Dinner-Variete. André Sarrasani kam in die Heimat seiner Familie und seines Zirkus zurück, um das neue Trocadero–Sarrasani Theater Dresden am Ufer der Elbe zu eröffnen! Die spektakuläre Mischung aus Körperkunst und Kochkultur kam an! Man zog zum Straßburger Platz, engagiert Weltklassekünstler und einen Spitzengastronomen für das Vier-Gänge-Menü.
Mittlerweile hat man die fünfte Spielzeit vor Augen und rechnet wieder mit zahlreichen Firmenbuchungen und Besuchen kulinarisch interessierter Gäste. Die aartistisch-magische Dinnershow gehört längst zu den festen Institutionen des Dresdner Kulturlebens. Natürlich muss man immer noch Steigerungen finden und neue Erlebnishorizonte eröffnen – aber das musste ein Zirkus ja immer! Wer nicht mit der Zeit geht, wie Andre Sarrasani, der fristet sein Leben vor halbleeren Rängen im Zirkuszelt und der Manege. Der Weg vom Wanderzirkus zum Weltklassevariete ist sicher ein langer gewesen – doch zurück möchte niemand gehen.
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