Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) schreibt zum CDU-Parteitag:
(ots) - Hat Angela Merkel Angst vor Steuersenkungen, ist
das Ausland entsetzt über ihre allzu ruhige Hand, redet sie die Krise
schön?
Die 1001 Delegierten beim CDU-Bundesparteitag in Stuttgart lassen
solch kritische Fragen der politischen Konkurrenz kalt. Mit 94
Prozent - und damit noch ein Deut besser als vor zweiweiter
Allg. Zeitung Mainz: "Schluss mit Querelen" - Zur CSU
(07.10.2008) (ots) - Horst Seehofer ist am Ziel. Und in der CSU ist bald
wieder alles beim alten: Parteivorsitz und Ministerpräsidentenamt in
einer Hand, Seehofer wird zum "Doppelfürsten" à la Stoiber und
Strauß. Aber sind damit auch die Chaostage in der - früheren -
bayerischen Staatspartei beendet? Von wegen. Wenn sich der
Pulverdampf nach den heftigen politischen und persönlichen Kämpfen
der letzten Tage gelegt hat, wartet eine wahre Herkulesaufgabe auf
den Noch-Bundesminister. Er muss eine Partei befrieden und führen,
die zutiefst irritiert ist. Er muss Koalitionsverhandlungen führen,
von denen seine Fraktion bislang noch gar nicht wusste, dass es sie
gibt. Und er muss die CSU wieder den Menschen in Bayern nahebringen.
Doch mit der Entscheidung pro Seehofer, so logisch sie auf den ersten
Blick auch ist, macht die Partei da weiter, wo sie aufgehört hat -
und was schließlich mit zu dem massiven Vertrauensverlust geführt
hat. Über ihre Köpfe hinweg wird den Bürgern ein Ministerpräsident
präsentiert, der sich ihnen gar nicht zu Wahl gestellt hat, dem sie
folglich auch nicht ihre Stimme gegeben haben. Zudem: Bislang hat
Seehofer im fernen Berlin regiert, bei den Bauern und Mittelständlern
in Bayern - typisches CSU-Klientel - hat er sich dabei nicht immer
beliebt gemacht. Seehofers einzige Chance ist, dass auch der letzte
CSU-Querulant begreift, dass die Tage der absoluten Mehrheiten und
des Durchwurstelns vorbei sind. Der Partei steht ein kurzer, dafür
aber schmerzhafter Lernprozess bevor.