Lungenhochdrucktherapie demnächst nur noch mit zweiter ärztlicher Meinung / Dramatische Auswirkungen für betroffene Patienten zu erwarten

(17.10.2008) (ots) - Unter den Lungenhochdruckpatienten sorgt im Zusammenhang mit der Gesundheitsreform ein neuer Paragraph, der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in eine Richtlinie umgesetzt werden soll, für große Verunsicherung. Diese Zweitmeinungsregelung nach § 73d Sozialgesetzbuchs V soll sicherstellen, dass hochpreisige Arzneimittel oder solche mit hohem Risikopotenzial nicht ohne Rückmeldung von einem weiteren Arzt verordnet werden dürfen.

Für die pulmonal arterielle Hypertonie (PAH, arterieller Lungenhochdruck) sieht das Verfahren derzeit vor, dass noch vor der Erst- sowie auch bei einer Wiederholungsverordnung von spezifischen PAH-Medikamenten eine Zweitmeinung eingeholt werden muss. Die Zweitmeinung soll nach dem Entwurf von einem Facharzt für Herz- oder Lungenerkrankungen mit Zusatzqualifikation - allerdings nicht zwingend von einem PH-Experten - nach Aktenlage erstellt werden, ohne dass er den Patient überhaupt gesehen hat. Verweigert der Zweitarzt die Therapie, werden die Kassen die Therapiekosten nicht übernehmen.

Für die Selbsthilfegruppe der Lungenhochdruckpatienten, dem pulmonalen hypertonie e.v. (ph e.v.), hat Bruno Kopp, der erste Vorsitzende, an den Beratungen teilgenommen und seine Bedenken und Anregungen vorgebracht: "Die Auswirkungen durch die Richtlinie sind nicht kalkulierbar. Vertragsärzte können nicht flächendeckend auf dem Stand der aktuellen Wissenschaft und damit auch PH-Experten sein."

Nach Einschätzung von Professor Dr. Ekkehard Grünig, Thoraxklinik Heidelberg, stellt die Vorschrift für die PAH-Patienten in der jetzigen Form eine Katastrophe dar: "Dies bedeutet einen massiven Eingriff in die Arzt-Patientenbeziehung: Ein Zweitmeinungsarzt, der den Patienten nie gesehen hat, und möglicherweise weit weniger qualifiziert ist als der PH-Experte, soll die Therapie begutachten. Zudem kann es zu einer lebensgefährlichen Zeitverzögerung kommen, bis das Medikament zur Verfügung steht."

Professor Dr. Werner Seeger, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, wirft dem G-BA vor, bei seiner Erarbeitung der Richtlinien die Experten vollkommen außen vor gelassen zu haben und dadurch grundlegende Informationen über den Versorgungsstand der Patienten und die Behandlungsrealität nicht berücksichtigt zu haben. Zudem sei völlig unklar, wer die Verantwortung für nachteilige - auch tödliche - Folgen für die Patienten bei einer Behandlungs- oder Weiterbehandlungsverweigerung trägt.

Weitere Informationen zum Thema Lungenhochdruck stellt der Selbsthilfeverein pulmonale hypertonie e.v., Bundesgeschäftsstelle, Wormser Str. 20, 76287 Rheinstetten, gerne zur Verfügung oder unter www.phev.de .

Originaltext: pulmonale hypertonie e.v. Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/66646 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_66646.rss2

Pressekontakt: Redaktion: Medizin & PR GmbH - Gesundheitskommunikation Im Klapperhof 33a 50670 Köln

Bei Rückfragen: Iris Schürger 0221 / 77 543 - 16 Ricarda Wille 0221 / 77 543 - 14 E-Mail: kontakt@medizin-pr.de

Für die Nachricht "Lungenhochdrucktherapie demnächst nur noch mit zweiter ärztlicher Meinung / Dramatische Auswirkungen für betroffene Patienten zu erwarten" übernehmen wir keine Haftung für Richtigkeit oder Volständigkeit. Die inhaltliche Haftung liegt beim presserechtlichen Meldungsgeber: ots /

278142
"Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" / Aktuelle Besetzung der ZDF-Live-Sendung ... weiter
ZDF-Programmhinweis / Sonntag, 12. Februar 2012, 19.10 Uhr / Berlin direkt ... weiter
Änderung der Anreizregulierung im Bundesrat / VKU: Endlich die Verteilnetze beachten ... weiter
Bouffier (CDU): Kalte Progression abschaffen / Beck (SPD): Abschaffung wird für Bürger teuer ... weiter
Mary J. Blige Joins schließt sich mit Belvedere Vodka und (RED)? zusammen, um Leben zu retten ... weiter
EANS-Hauptversammlung: Dr. Hönle AG / Einberufung der Hauptversammlung ... weiter


Seite 1 von 44947
Anzeigen
Top Thema am 10.02.2012
LVZ: EU-Kommissar Oettinger: Eine Änderung des Gütesiegels Made in Germany sei nicht zeitgemäß Leipzig (ots) - Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger hat es als nicht zeitgemäß bezeichnet, das deutsche Gütesiegel Made in Germany abzusc weiter
Karriere - Stellenmarkt
Stellenmarkt 10.000 Freie Jobs
Trotz Krise Stellen bundesweit! Lebenslauf einstellen und Firmen direkt kontakten. Machen Sie jagd auf Ihren Traumjob!
Quickfinder - Marktplatz & Service
Hotelsuche
Anzeigen
Login:Passwort:
Empfehlungen:
| Impressum | Datenschutz| AGB |


im Hintergrund öffnen mehr Informationen schliessen