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(24.10.2008) (ots) - Die aktuell diskutierte EU-Pflanzenschutznovelle
zieht immer weitere Kreise. Am vergangenen Dienstag übergab der
Vorstandsvorsitzende der HaGe Kiel, Otto Kamerichs, etwa 3.500
Protestunterschriften an die EU-Parlamentarier Ulrike Rodust und Dr.
Heinz Kindermann (beide SPD).
"Der Countdown läuft"
Die aktuell diskutierte EU-Pflanzenschutznovelle geht auf die
Zielgerade. Im Januar wird das EU-Parlament über den Gesetzentwurf
abstimmen, der für die Europäischen Landwirte deutliche Veränderungen
im Pflanzenschutz beinhalten dürfte. Glaubt man den Aussagen von
Wissenschaftlern, Politikern sowie Kennern der Szene, so würden
wesentliche chemische Wirkstoffe in Europa künftig nicht mehr zum
Einsatz kommen.
Ohne Folgenabschätzung!
Je nach Ackerkultur erwarten auch seriöse Adressen Ertragseinbußen
von 20, 30 oder 40 Prozent, eine offizielle EU-Abschätzung existiert
indes nicht. "Die Konsequenzen des aktuell diskutierten Papiers sind
weder ökonomisch noch ökologisch oder gesellschaftlich abgeschätzt
worden", erklärt Kindermann, "wir debattieren ohne Folgenabschätzung,
das ist bedenklich". Kindermann spricht über die Folgen für die
Nahrungsmittelpreise - da reichen die Aussagen von plus 20 bis plus
80 Prozent - sowie die der für den Ackerbau. "Da könnten künftig auch
Flächen unter den Pflug genommen werden, die bislang nicht
ackerbaulich genutzt werden".
3.500 Unterschriften
"Wir bitten und fordern, dass die Thematik ihrer Bedeutung
entsprechend gewürdigt und behandelt wird", erklärt Kamerichs sein
Anliegen, "wir fordern eine grundlegende Diskussion, um einen
Kompromiss zu finden, der den Interessen der Verbraucher, der
Landwirte sowie auch unserer internationalen gesellschaftlichen
Verantwortung gerecht wird". Die HaGe hatte zuvor in einer
Blitzaktion auf norddeutschen Fachmessen und Veranstaltungen etwa
3.500 Unterschriften von Landwirten, Verbrauchern sowie Vertretern
aus Wissenschaft und Wirtschaft gesammelt.
Miteinander reden!
"Ich kann die Sorgen der Landwirte verstehen, die an Ihre
Unterschriftenaktion teilgenommen haben", unterstrich die
EU-Abgeordnete Ulrike Rodust ihre Sicht der Dinge, "die Menschen
befürchten ein mögliches Verbot von bis zu 80 Prozent aller
Wirkstoffe". Zugleich unterstrich sie aber auch die Verantwortung der
Politik für die Gesundheit der Bevölkerung. "Wir müssen am Ende des
Tages wissen, dass unsere Nahrungsmittel sauber sind, die Umwelt
nicht belastet wird und die Hersteller weiter produzieren können",
umschrieb die Politikerin die Aufgabe, "die Nahrungsmittelsicherheit
muss gewährleistet sein, die Lebensmittel für alle bezahlbar bleiben
und zusätzliche Importe aus aller Welt verhindert werden".
Auch der ökologische Landbau ...
Für eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik fehlt den
Beteiligten indes die Zeit. Beide EU-Parlamentarier bekräftigten den
Vorstandsvorsitzenden in seiner Ansicht, den direkten Kontakt mit den
Vertretern des Gesundheits- und Umweltausschuss aufzunehmen. "Wir
werden uns in den kommenden Wochen intensiv für weitere persönliche
Gespräche mit diesen und anderen Abgeordneten einsetzen, um die
Position der Agrarwirtschaft stärker in die politische Diskussion
einzubringen", gibt Kamerichs eine Zwischenbilanz. Auch die Landwirte
selbst sollten sich an ihren EU-Abgeordneten wenden, schlägt
Kamerichs vor, "sogar der ökologische Landbau wäre von der Streichung
verschiedener Wirkstoffe betroffen, hier herrscht Handlungsbedarf".
Die Raiffeisen HaGe Nord AG
Die Raiffeisen Hauptgenossenschaft Nord AG (HaGe) mit Sitz in Kiel
ist ein vielseitig aufgestelltes Unternehmen mit genossenschaftlichem
Ursprung. Als eines der größten Agrarhandelsunternehmen
Norddeutschlands erwirtschaftete die HaGe 2007 einen Umsatz von über
1 Mrd. Euro. Die verschiedenen Aktivitäten des Unternehmens sind in
Sparten organisiert und umfassen Getreide- und Rapshandel,
Betriebsmittel für die pflanzliche Produktion, Futter, Logistik und
Administration. Das Vertriebsgebiet der HaGe umfasst
Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Über 120 Standorte
sichern gelebte Kundennähe. Töchter in Polen erweitern das
Handelsgebiet der HaGe.
Originaltext: Raiffeisen Hauptgenossenschaft Nord AG
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Maike Thieler
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