(03.11.2008) Als Kinder hatten wir Kaulquappengläser, um die Natur zu erforschen. Der spannende Weg von der winzigen Quappe zum Frosch erschien so wenig glaubhaft, dass alle Ermahnungen unserer Mütter, ihr kein Glibberzeug in die Wohnung zu schleppen, wenig fruchteten. Heute weiß man als Stadtkind kaum noch, was eine Kaulquappe ist – geschweige denn, wo man welche finden könnte! Dabei ist das praktizierte Wissenschaft!
Der Beleg: Die Universität Ulm informierte am vergangenen Freitag darüber, dass 35 ausgewählte Kaulquappen der Spezies Krallenfrosch unversehrt mit einem Sojus-Raumschiff der Bauserie TMA12 in Kasachstan gelandet sind. Das Forscherteam hatte sie in eigens dafür entwickelten Aquarien zur internationalen Raumstation ISS geschickt, damit sie sich da mal umsehen konnten! Die Astronauten-Kaulquappen waren insgesamt zwölf Tage im All. Dort sollten sie mittels Tests in der Schwerelosigkeit herausfinden, wie sich der Gleichgewichtssinn verhält. Daraus wollen die Forscher dann Rückschlüsse auf uns Menschen ziehen. Das erscheint logisch, weil wir im Mutterleib ja auch eine Art Kaulquappenform haben, bevor man ersten Gliedmaßen sieht!
Unsere forschenden Kaulquappen waren nicht die ersten Besucher dieser Art im All! Es gab schon einmal drei Astronauten-Kaulquappen, doch leider schaffte man es damals nicht, diese auch zeitnah zu untersuchen. Diesmal schafften es die Forscher, das Schwimmverhalten schon zweieinhalb Stunden nach der Landung zu testen. In einer Untersuchungsreihe will man jetzt bei den "Astro-Kaulquappen" und einer irdischen Kontrollgruppe die Schwerkraftsensoren überprüfen. Interessant ist die Frage, ob die ausgewachsenen Frösche später neue Fähigkeiten haben werden, die sie besonders geeignet für ein Leben auf dem Mond erscheinen lassen. WIR wollen da ja nicht leben!
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