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(21.11.2008) (ots) -
- Träger stellen 5 Milliarden Euro Eigenkapital bereit
- Kernkapitalquote steigt auf 9 bis 10 Prozent
- Garantierahmen von 15 bis 20 Milliarden Euro durch SoFFin oder
die Träger wird als Refinanzierungsreserve geprüft
- Solide Entwicklung des Kerngeschäfts
- Finanzmarktkrise führt zu einem Vorsteuerverlust von 884
Millionen Euro nach neun Monaten
- LBBW bereit für konkrete Fusionsgespräche mit der BayernLB
Die Trägerversammlung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat
in ihrer heutigen Sitzung Eckpunkte zur Stärkung der
Eigenkapitalbasis der LBBW festgelegt. Damit stärkt die LBBW ihre
Wettbewerbsfähigkeit vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise und der
sich stark eintrübenden Konjunkturlage. Außerdem wird die LBBW als
Refinanzierungsreserve die Nutzung eines Garantierahmens des
Finanzmarktstabilisierungsfonds (SoFFin) oder der Träger prüfen.
Diese Maßnahmen sollen vorbehaltlich der Zustimmung der jeweiligen
Gremien im Dezember endgültig beschlossen werden.
Konkret hat die Trägerversammlung eine Kapitalerhöhung von 5
Milliarden Euro unter Beibehaltung der bisherigen
Beteiligungsverhältnisse der Träger beschlossen. Die Kapitalmaßnahme
soll im ersten Quartal 2009 erfolgen. Damit wird sich die
Kernkapitalquote, die per Ende September bei 6,8 Prozent lag, in
einer Bandbreite von 9 bis 10 Prozent bewegen. Sie liegt damit auf
einem international respektablen Niveau, das den deutlich gestiegenen
Anforderungen der Kapitalmärkte und der Ratingagenturen entspricht.
Angestrebt wird eine jährliche Rendite von mindestens 10 Prozent: 6
Prozent werden ausgeschüttet, 4 Prozent verbleiben als Rücklagen im
Unternehmen. Die Ausgestaltung der Details wird in den nächsten
Wochen in enger Abstimmung mit den Gremien der LBBW, der
Bundesregierung und der EU-Kommission erfolgen.
Darüber hinaus wird die LBBW einen Garantierahmen von 15 bis 20
Milliarden Euro für neu begebene Schuldtitel und sonstige
Verbindlichkeiten entweder von Seiten des SoFFin oder ihrer Träger
prüfen. In welchem Umfang die Garantien tatsächlich in Anspruch
genommen werden, hängt von der Geschäftsentwicklung und der weiteren
Entwicklung an den Finanzmärkten ab.
Außerdem haben die Eigentümer beschlossen, dass die LBBW ihr
Geschäftsmodell strategisch modifiziert. So wird die Bank insgesamt
schlanker und damit schlagkräftiger werden. Das Kreditersatzgeschäft
wird weitgehend abgeschmolzen und der Leistungsverbund mit den
Sparkassen soll ausgebaut werden. Die LBBW wird weiterhin aktiv bei
der Bankenkonsolidierung mitwirken. Sie ist deshalb bereit, in
konkrete Fusionsgespräche mit der BayernLB einzutreten.
Günther H. Oettinger, Ministerpräsident von Baden-Württemberg und
Vorsitzender der Trägerversammlung der LBBW, sagte zu der geplanten
Kapitalerhöhung: "Die LBBW wird entscheidend gestärkt und kann vor
allem ihre mittelständischen Firmenkunden weiterhin als verlässlicher
Partner mit Krediten versorgen. Dies ist gerade angesichts der
aktuellen Konjunkturlage wichtig für die Wirtschaft in
Baden-Württemberg."
Der Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg, Peter
Schneider, erklärte: "Der Markt in Deutschland ist für sieben
selbständige Landesbanken zu klein. Daher muss es eine Konzentration
auf zwei bis drei Konzerne geben. Mit unserem Beschluss, den Land,
Stadt Stuttgart und Sparkassen gemeinsam gefasst haben, sind wir
diesem Ziel im Süden Deutschlands ein gutes Stück näher gekommen."
Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster sagte: "Aus Sicht
der Stadt Stuttgart ist die Kapitalerhöhung bei der LBBW eine
finanziell sinnvolle Investition. Zugleich wird der Finanz- und
Wirtschaftsstandort Stuttgart gestärkt."
Finanzmarktkrise überschattet solide operative Entwicklung
Die Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten war geprägt
von den dramatischen Verwerfungen an den Finanzmärkten einerseits und
einer soliden Entwicklung des operativen Geschäfts andererseits.
Erfreulich entwickelten sich insbesondere das
Unternehmenskundengeschäft und das kundenorientierte
Kapitalmarktgeschäft. Dies gilt auch für die Sachsen Bank und die
Rheinland-Pfalz Bank. Belastet wurde das Ergebnis von der
Verschärfung der Finanzmarktkrise im dritten Quartal. Insgesamt weist
der Konzern unter IFRS per Ende September ein Betriebsergebnis vor
Steuern und Restrukturierungsaufwendungen von minus 800 Millionen
Euro aus. Einschließlich der Restrukturierungskosten für die
Integration von Sachsen Bank und Rheinland-Pfalz Bank ergab sich ein
Verlust vor Steuern von 884 Millionen Euro. Hierin sind Belastungen
von 1,8 Milliarden Euro in Folge der Finanzmarktkrise enthalten.
Diese stammen zu rund zwei Dritteln aus den Beständen der früheren
LRP und der ehemaligen Sachsen LB. "Die Finanzmarktkrise hat sich
nach dem Zusammenbruch von Lehman dramatisch verschärft. Die
Belastungen sollten aber nicht den Blick dafür verstellen, dass die
LBBW operativ gut da steht und über ein nachhaltig tragfähiges
Geschäftsmodell verfügt", sagte Dr. Siegfried Jaschinski,
Vorstandschef der LBBW.
Der Vorstand der LBBW geht aus heutiger Sicht von einem
Jahresfehlbetrag im IFRS-Konzernabschluss aus. Beim
HGB-Einzelabschluss rechnet der Vorstand derzeit nicht mit einem
Fehlbetrag für das Gesamtjahr. Die LBBW plant daher nach heutigem
Stand die Bedienung von Genussrechten, stillen Einlagen und ähnlichen
Kapitalinstrumenten.
Originaltext: LBBW Landesbank Baden-Württemberg
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Michael Pfister
Pressesprecher
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