(25.11.2008) Dass die Mitarbeiter in Krankenhäusern heute im ultimativen Stress sind, wissen wir alle. Und dass Zeugnisse nicht immer die wahren Qualifikationen oder Nicht-Qualifikationen neuer Mitarbeiter enthalten, wissen wir auch.
Warum aber einer Personalabteilung und allen am Vorstellungsgespräch beteiligten Ärzten in Erlangen die Menge an Rechtschreibfehlern in den Zeugnissen von Christian E. nicht auffiel, bleibt ein Geheimnis. Es waren durchaus eindrucksvolle Zeugnisse und Zertifikate – nur leider alle gefälscht. Und zwar so stümperhaft, dass man hätte darüber stolpern müssen. Dem ehemaligen Mittelschüler gelang zwar die Assistenz an mehr als 190 Operationen, aber in der Rechtschreibung besaß er keine vergleichbare Akkuratesse. So stand dort zu lesen, dass er bei der Wolfgang Goethe Universität in „Franlfurt“ studiert hatte oder ein Doktor Medicinae war statt eines Doctor Medicinae der Universität Oxford. Dort hatte er seine Urkunde angeblich „for its scientific achievements „ erhalten statt „for his scientific achievements“. Des Englischen war der junge Mann offensichtlich nicht kundig – und anscheinend ebenso wenig all jene, die die Zeugnisse angesehen hatten. Denn ein Satzteil wie „He put the second part down of the medical examination…“ zieht jedem Englischlehrer die Schuhe aus. Da dem strebsamen Jungmediziner ohne Studium sein medizinisches Examen nicht reichte, um seine zukünftigen Arbeitgeber zu beeindrucken, fälschte er gleich noch ein Zeugnis der Betriebswirtschaft. Nach der Einstellung fiel niemandem sein mangelndes medizinisches Wissen auf. Welchen Schluss muss man daraus ziehen?!
Wer den Schaden hat, muss für den Spott jedenfalls nicht sorgen – und ein Einzelfall ist es ja auch nicht. Was offen bleibt ist immer die Frage, ob mangelnde Schulbildung und die daraus folgende Unmöglichkeit, einen bestimmten Beruf zu studieren, einen wirklich aller Talente enthebt, diesen erfolgreich auszuüben.
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