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(25.11.2008) (ots) - Die Christliche Theologische Akademie in Warschau
hat am Dienstag, 25. November, die Ehrendoktorwürde an den
Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),
Bischof Wolfgang Huber, verliehen. Die Hochschule würdigte damit
Hubers Verdienste für die christliche Theologie, insbesondere für die
Entwicklung des systematisch-theologischen und ethischen Diskurses,
so der Rektor, Erzbischof Jeremiasz Jan Anchimiuk. Der
Ratsvorsitzende werde außerdem für seine kirchliche und ökumenische
Tätigkeit geehrt, "die durch die dialogische Offenheit und die
Bewahrung des eigenen theologischen Profils gekennzeichnet" sei.
Er sehe in der Verleihung der Ehrendoktorwürde auch einen Ausdruck
für die engen Beziehungen zwischen den Kirchen in Polen und
Deutschland, sagte Wolfgang Huber beim Festakt in Warschau. "Der
Beitrag der Nachbarländer Polen und Deutschland zu Frieden und
Versöhnung in Europa bleibt eine beständige Aufgabe. Dabei kommt den
Kirchen in beiden Ländern eine herausragende Bedeutung zu."
Im Blick auf das zwanzigjährige Jubiläum der europäischen Wende
von 1989/90 rief der EKD-Ratsvorsitzende dazu auf, die besondere
Rolle der Kirchen für diesen Prozess ins Bewusstsein zu heben. Für
Deutschland und Polen gelte gleichermaßen, dass "die Veränderungen,
für die einerseits Gorbatschows Politik von Glasnost und Perestroika
und andererseits das Wirken der unabhängigen polnischen Gewerkschaft
Solidarnosc maßgebliche Bedeutung hatten, auch von den Kirchen nicht
nur wahrgenommen, sondern aufgenommen und mitgestaltet wurden."
Durch diese Wende ist auch die Friedensverantwortung der Kirchen
in einen veränderten Horizont gerückt, erklärte der Berliner Bischof
weiter; der Frieden in Europa erweise sich auf eine neue Weise
gefährdet. Die Friedensdenkschrift des Rates der EKD aus dem Jahr
2007 nehme diese Verantwortung auf und stehe für eine neue
Perspektive christlicher Friedensethik, deren Grundsätze "ebenso
einfach wie überzeugend sind: Wer den Frieden will, muss den Frieden
vorbereiten." Der Begriff des 'gerechten Friedens' bezeichnet dabei
den Leitbegriff und die Zielperspektive der christlichen
Friedensethik. Unentbehrlich für die Ordnung eines gerechten Friedens
seien die universalen und unteilbaren Menschenrechte, transnationale
soziale Gerechtigkeit, die Ermöglichung kultureller Vielfalt und die
Ausgestaltung dieser Friedensordnung als Rechtsordnung.
Hannover, 24. November 2008
Pressestelle der EKD
Silke Römhild
Originaltext: EKD Evangelische Kirche in Deutschland
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Hans-Christof Vetter
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