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(26.11.2008) (ots) - Die Stärken des föderalen ARD-Senderverbunds,
seine Angebote sowie die aktuellen politischen und technologischen
Herausforderungen in einer sich rapide wandelnden Mediengesellschaft
stehen im Mittelpunkt des diesjährigen ARD-Jahrbuchs.
In seinem Editorial weist der ARD-Vorsitzende auf die
"gesellschaftliche Schlüsselstellung" des öffentlich-rechtlichen
Rundfunks hin, die das Bundesverfassungsgericht 2007 eindrucksvoll
bestätigt hat. "Höchstes Ziel und oberste Pflicht" sei es, so Fritz
Raff, diese "publizistische Aufgabe wahrzunehmen". Die ARD setzt sich
deshalb entschieden dafür ein, den Programmauftrag zeitgemäß auf
allen wichtigen Verbreitungswegen und in der für die jeweiligen
Zielgruppen optimalen Form auch in der Zukunft gewährleisten zu
können.
Jugendliche bilden eine jener Zielgruppen, die auf den
herkömmlichen Wegen nur noch bedingt zu erreichen sind. Strategien
zur besseren Erreichbarkeit der nachwachsenden Generation sind daher
in der ARD hoch priorisiert, wie Volker Giersch, Vorsitzende der
Konferenz der Gremienvorsitzenden, deutlich macht.
Weitere Themen im Artikelteil des aktuellen Jahrbuchs:
»Wunschprogramm zum Mitnehmen« offeriert die ARD Mediathek seit Mai
2008. Zeit- und ortsunabhängig bietet sie einen zentralen Zugang zu
den audiovisuellen Angeboten der Landesrundfunkanstalten, wie
Online-Koordinatorin Heidi Schmidt erläutert.
Beiträge über die ambitionierten Inforadios - von
BR-Chefredakteurin Mercedes Riederer - über erfolgreiche
Fernsehspiel-Projekte, verfasst von ARD-Koordinatorin Verena
Kulenkampff, und über die ARD-Berichterstattung von den Olympischen
Spielen 2008 aus Sicht der beiden Teamchefs für Hörfunk und
Fernsehen, Walter Johannsen und Alexander Bleick, belegen
eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit des Sendersystems. Weitere
Beispiele für die Stärken des föderalen ARD-Verbunds sind die 2008
gestartete »Radio-Tatort«-Reihe, vorgestellt von Ekkehard Skoruppa,
sowie die zum dritten Mal veranstaltete ARD-Themenwoche, 2008 zum
demographischen Wandel in unserer Gesellschaft.
Mit der Qualität der politischen Berichterstattung und der
journalistischen Berufsethik beschäftigen sich zwei Beiträge - aus
interner Sicht ARD-Koordinator Politik, Gesellschaft und Kultur,
Thomas Baumann, aus externer Perspektive Thomas Meyer, Professor für
Politikwissenschaft an der TU Dortmund: Einig sind sich die Autoren
darin, dass die Medien das politische Geschehen transparent machen
und die PR-Strategien von Konzernen oder staatlicher Stellen
hinterfragen beziehungsweise dechiffrieren sollten. Presse- und
Rundfunkfreiheit als hohes Gut demokratischer Gesellschaften gilt es
zu schützen und zu verteidigen, so SWR-Fernseh-Chefreporter Thomas
Leif vor dem Hintergrund der Gesetzesinitiativen zur
Vorratsdatenspeicherung. In seinem Beitrag »Recherchejournalismus als
Qualitätsanker« sieht er den Schutz der Informanten als Voraussetzung
für freie Recherche. Die Folgen gelenkter und eingeschränkter Presse,
vom Staat zu propagandistischen Zwecken missbraucht, zeigt
NDR-Journalistin Ariane Reimers am Beispiel des journalistischen
Alltags in China.
Wie und ob die Programme die Hörer und Zuschauer erreichen, muss
in Zeiten digitalisierter Verbreitungswege ständig neu verhandelt und
durchgesetzt werden. Karola Wille, Juristische Direktorin des MDR,
zeigt, wie sich die ARD gegenüber den neuen Plattformanbietern
behauptet. Auch auf europäischer Ebene gilt es, das Kulturgut
Rundfunk ausreichend zu sichern. WDR-Justiziarin Eva-Maria Michel
erläutert den Diskussionsstand um das künftige
EU-Telekommunikationsrecht und zeigt mögliche Gefahren für den
öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Mit neuen rundfunktechnische Entwicklungen beschäftigen sich zwei
weitere Artikel: Entwicklung und Perspektiven des hochauflösenden
Fernsehens (HDTV) stellen Michael Spading (RBB)und Dirk Lüdemann (ARD
Play-Out-Center) vor; Rüdiger Malfeld vom WDR gibt spannenden
Einblick in neue Endgeräte auf dem Markt der Unterhaltungselektronik
(WLAN-Radios).
Wie die Digitalisierung der Medien Produktionsprozesse,
Arbeitsabläufe und Berufsbilder nachhaltig verändert, mittelfristig
aber auch Einsparpotenziale eröffnen kann, das belegen die Artikel
von Reinhart Binder (RBB) zu trimedialen Arbeits- und
Produktionsprozessen sowie von Intendant Heinz Glässgen zu Radio
Bremen Neu. Das Beispiel Radio Bremen zeigt auch, wie die ARD als
Solidargemeinschaft das Überleben der kleinsten Landesrundfunkanstalt
sichern half.
Gute Programme brauchen qualifizierte Mitarbeiter: Um
Ausbildungsberufe und gesellschaftliche Verantwortung geht es im
Artikel von HR-Intendant Helmut Reitze. Den Stellenwert und Konzepte
der internen Fort- und Weiterbildung erläutert der Geschäftsführer
der ARD.ZDF medienakademie, Stefan Hanke. Wie und wo Frauen im
Unternehmen ARD und seinen Programmen vertreten sind, darüber
reflektiert SR-Frauenbeauftragte Barbara Lessel-Waschbüsch in ihrem
Beitrag »Frauen und Männer sind gleichberechtigt«. Den Artikelteil
beschließt SWR-Intendant Peter Boudgoust mit einem Rückblick auf zehn
Jahre Fusionsgeschichte seiner Rundfunkanstalt. Sein Fazit: Die
ständige Bereitschaft zur Beweglichkeit und Optimierung der
Strukturen sichert die Zukunftsfähigkeit des öffentlich-rechtlichen
Rundfunks.
Und gute Programme schließlich brauchen selbstbewusste Werbung: In
einem Artikel zeichnen die Autoren Peter Meyer, ARD-Sprecher, und
Rolf-Dieter Ganz, Chef der Kommunikationschefs der ARD, das Entstehen
und den Status Quo der gemeinsamen Imagekampagne von ARD und ZDF mit
dem Titel "Ihr gutes öffentliches Recht".
Chronik, Berichte und Statistik: 2007 im Überblick
Wie gewohnt gibt das neue ARD-Jahrbuch einen zusammenfassenden
Überblick über das Geschehen in der ARD und um die ARD herum während
des vorangegangenen Jahres. Was immer 2007 an Wichtigem passiert ist,
in der Chronik, dem Abschnitt »Wettbewerbe und Veranstaltungen« und
den verschiedenen Berichten ist es in konzentrierter Form noch einmal
nachzulesen. Das Spektrum reicht von politischen und finanziellen
Themen bis zu Programmereignissen und -reformen. Was immer sich in
Zahlen manifestiert - Finanzen, Programmoutput, Daten der
Medienforschung - wird im Abschnitt »Statistik« dokumentiert.
Das aktuelle »Who's who« der ARD
Der Abschnitt »Organisation und Personalien« stellt wie jedes Jahr
das aktuelle »Who's who« der ARD dar. Mit Stand 1. August 2008,
aktualisiert bis zum 1. Oktober, sind hier die Adressen,
Rechtsgrundlagen und Personalien der ARD, ihrer Mitglieder,
Gemeinschaftsprogramme und -einrichtungen, Beteiligungen und
Werbetöchter nachzuschlagen.
Aktuelle Dokumente und hilfreiche Register
Nützlich wie gewohnt: die Abschnitte »Dokumente« und »Register«
des ARD-Jahrbuchs. Unter den abgedruckten Dokumenten befinden sich
die Novelle der EU-Fernsehrichtlinie, die aktuelle Fassung des
Rundfunkstaatsvertrags, das neue Radio-Bremen-Gesetz sowie der
zweijährlich zu publizierende ARD-Bericht und die Leitlinien für
2009/10. Die Register erschließen rund 2 500 Personen, annähernd 1
000 Sendungstitel und mehr als 1 100 Sachverhalte aus dem gesamten
Buch.
Das Jahrbuch-Cover 08:
Das Jahrbuch-Cover des Jahrbuches 2008 wurde durch einen
Wettbewerb in der Meisterklasse der Hochschule der Bildenden Künste
Saar (HBK Saar) der Professoren Indra Kupferschmid und Ivica
Maksimovic ermittelt; Siegerinnen des Wettbewerbes und damit
Gestalterinnen des ARD-Jahrbuchcovers 2008 sind Ludmilla Schmidt und
Julia Eichhorn. "Das Coverfoto verdeutlicht auf passende Weise den
Facettenreichtum, die Vielfalt der ARD und passt so wunderbar zum
Motto der ARD-Vorsitzzeit des Saarländischen Rundfunks, `Die ARD ist
mehr als das Erste´", sagte der ARD-Vorsitzende und Intendant des
Saarländischen Rundfunks, Fritz Raff.
ARD-Jahrbuch 08, 528 Seiten, rund 400 zumeist farbige Bilder,
Grafiken und Karten, mehr als 100 tabellarische Übersichten,
Fadenheftung, französische Broschur.
Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft der
öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik
Deutschland (ARD) unter Mitwirkung der ARD-Werbung.
Verlag: Hans-Bredow-Institut. Auslieferung: Nomos
Verlagsgesellschaft Baden-Baden. (ISBN 978-3-8329-4022-5). Preis 9,00
EUR.
Originaltext: ARD Radio & TV
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/29876
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Pressekontakt:
ARD-Pressestelle
Funkhaus Halberg
66100 Saarbrücken
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