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(30.11.2008) (ots) - Mit einem Festgottesdienst hat das
Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat heute seine Weihnachtsaktion
eröffnet. "Elend ist kein Schicksal, sondern durch menschliche
Verhältnisse hervorgerufen", sagte der Essener Bischof Felix Genn bei
seiner Predigt in der Gelsenkirchener Propsteikirche. Das Evangelium
verkündige nicht eine Vertröstung aufs Jenseits, sondern rufe zum
"Höchsteinsatz" in der Gegenwart auf. "Wir haben die Verantwortung
für die Erde", unterstrich der Bischof. Es gelte, die Ausbeutung der
Menschen wahrzunehmen. "Deshalb können Christen sich nicht mit
Betrügereien abfinden, nicht mit Spekulationsgeschäften auf Kosten
anderer, und seien sie auch globaler Natur; denn sie treffen immer
die Armen." Adveniat helfe dank der Spenden aus Deutschland, den
Schutz für die Armen ganz konkret zu machen.
Adveniat-Gast Erzbischof Luiz Soares Vieira aus Manaus/Brasilien
dankte in einem Grußwort den Menschen in Deutschland für ihre Hilfe
bei der Überwindung von Armut und Ungleichheit. Es sei höchste Zeit
für soziale Gerechtigkeit in der Welt. Der brasilianische Erzbischof
erinnerte an die große soziale Kluft in Lateinamerika. "Die Städte
sind geprägt vom Unterschied zwischen Arm und Reich, zwischen
armseligen Hütten ohne Wasser und Strom und klimatisierten Villen mit
Swimmingpool und Gärten", sagte er. "Gerechtigkeit und Menschenrechte
bleiben vielfach auf der Strecke."
"Während in Lateinamerika die Städte scheinbar unendlich wachsen,
haben wir hier das Gegenteil: Die Städte in Deutschland schrumpfen",
sagte Oliver Wittke, NRW-Landesminister für Bauen und Verkehr, bei
einem Empfang nach dem Festgottesdienst. Aber es gebe auch
Gemeinsamkeiten. In Lateinamerika wie in Deutschland suchten die
Menschen in den Städten Orientierung und Unterstützung. "Hier kann
Kirche helfen", so der Minister. Karin Kortmann, Parlamentarische
Staatssekretärin bei der Bundesministerin für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung, sagte, kein Mensch auf dem Globus
könne angesichts von Ungerechtigkeit und Not gleichgültig bleiben.
Gerade im Hinblick auf die Finanzkrise müsse man sich darüber im
Klaren sein, dass sie nicht nur die Menschen in Deutschland treffe,
sondern vor allem auch die Ärmsten, die keine Lobby hätten. Ebenfalls
in Bezug auf die Krise der Finanzmärkte sagte Peter Gasse,
Arbeitsdirektor bei den Hüttenwerken Krupp Mannesmann in Duisburg,
dass der Tanz ums goldene Kalb aufhören müsse.
Adveniat-Aktion 2008
Unter dem Motto "Gott wohnt in ihrer Mitte" steht das Thema
Großstadtpastoral im Mittelpunkt der Adveniat-Aktion 2008. Lebten vor
hundert Jahren nur zehn Prozent der Lateinamerikaner in Großstädten,
sind es heute schon sieben von zehn. São Paulo und Mexiko-Stadt
zählen zu den größten Metropolen der Welt, auch die Ballungsräume Rio
de Janeiro, Buenos Aires, Lima und Bogotá haben mittlerweile rund
zehn Millionen Einwohner. Zwischen 2015 und 2020 wird der städtische
Bevölkerungsanteil in Lateinamerika sogar den der Vereinigten Staaten
von Amerika überrundet haben, wo derzeit 80 Prozent in Städten leben.
Die Städte wachsen durch Landflucht, aber auch zunehmend aus sich
selbst heraus.
Weder für die Zugezogenen noch für die meisten Alteingesessenen
ist das Leben in den großen Städten Lateinamerikas einfach. Die
Industrialisierung hat weniger Arbeitsplätze geschaffen, als man
dachte. Die meisten Zugewanderten versuchen, als Dienstleister im
informellen Sektor Arbeit zu finden. Wohnraum ist knapp und teuer,
infolgedessen wuchern Elendsviertel mit keiner oder minimaler
Infrastruktur. In solchen "Armutsgürteln" leben mittlerweile bis zu
zwei Drittel der Gesamtbevölkerung lateinamerikanischer Metropolen:
eine Herausforderung auch für die katholische Kirche. Adveniat
unterstützt seine Projektpartner, den besonders armen und gefährdeten
Menschen in den Großstädten zu helfen. "Es geht dabei nicht um
Almosen", unterstrich Adveniat-Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka.
"Es geht darum, die Menschen zu befähigen, besser auf eigenen Füßen
zu stehen und, gestärkt durch den Glauben, für mehr Gemeinschaft und
eine gerechtere Gesellschaft zu kämpfen."
Mehr Informationen zur Weihnachtsaktion finden Sie auf
www.adveniat.de . Fotos können Sie kostenlos unter der Rubrik
"Presse" abrufen. Hier können Sie auch die Predigt von Bischof Felix
Genn abrufen, außerdem stehen dort Hörfunk- und Videobeiträge für Sie
bereit. Für Interviewwünsche und Informationen zu Veranstaltungen in
Ihrer Nähe stehen Ihnen Verena Hanf und Christiane Kolfenbach im
Adveniat-Medienreferat zur Verfügung: Tel.: 0201/1756-212, Fax:
0201/1756-222, E-Mail: presse@adveniat.de
Über Adveniat
Die Bischöfliche Aktion Adveniat unterstützt kirchliche
Initiativen zu Gunsten von Armen und Benachteiligten in
Lateinamerika. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen in
Berlin (DZI) honoriert die gewissenhafte und effektive Arbeit der
Aktion mit seinem Spendensiegel. Im vergangenen Geschäftsjahr
(2006/2007) erzielte Adveniat Einnahmen in Höhe von rund 50 Millionen
Euro. Die traditionelle Weihnachtskollekte macht knapp zwei Drittel
der Spenden aus und ist damit zentrale Einnahmequelle. Mit den
Einnahmen hat das Hilfswerk 3.347 Projekte in ganz Lateinamerika und
der Karibik gefördert. Nur 6,26 Prozent der Einnahmen flossen in
Werbung und Verwaltung.
Spendenkonto 345, BLZ 360 602 95 (Bank im Bistum Essen eG)
Originaltext: Adveniat Bischöfliche Aktion
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/37595
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_37595.rss2
Pressekontakt:
Verena Hanf
Christiane Kolfenbach
Medienreferat
Bischöfliche Aktion Adveniat
Gildehofstraße 2
45127 Essen
Tel.: 0201-1756 203
Fax: 0201-1756 222
Mail: presse@adveniat.de
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