Lausitzer Rundschau: Regierung orakelt über deutlichen Abschwung: Inflation der Prognosen |
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| (16.12.2008) (ots) - Inzwischen vergeht kein Tag mehr, an dem sich
Politiker, Experten und solche, die sich dafür halten, mit
wirtschaftlichen Horrorszenarien überbieten. Minus zwei Prozent,
orakelt das Essener Wirtschaftsinstitut RWI. Minus 2,2 Prozent,
kontert das Ifo-Institut in München. Aber es geht noch schlimmer.
Denn nun hat sich das Bundeswirtschaftsministerium an die Spitze der
Bewegung gestellt: Nach seinen internen Berechnungen könnte die
deutsche Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr um bis zu drei Prozent
schrumpfen.
Was für Laien eher harmlos klingen mag, würde den stärksten
ökonomischen Einbruch in der deutschen Nachkriegsgeschichte markieren
- und eine bedrohliche Spirale in Gang setzen. Je deutlicher der
Abschwung, desto mehr Arbeitslose. Das wiederum mindert die
staatlichen Steuer- und Beitragseinnahmen bei gleichzeitigen
Mehrausgaben für Arbeitslosigkeit und Konjunkturmaßnahmen. Die Folge
wäre ein horrender Anstieg der Staatsverschuldung, für deren Kosten
spätere Generationen geradestehen müssten. Sicher, es wäre
fahrlässig, die Augen vor der heraufziehenden Rezession zu
verschließen. Eine Überdosis an düsteren Botschaften verschärft
jedoch das Problem. Wenn es stimmt, dass Börse und Wirtschaft auch
immer Psychologie sind, wird die Verunsicherung so weiter angeheizt.
Dabei tappen selbst renommierte Wirtschaftsgelehrte weitgehend im
Dunkeln. Ihre Rechenmodelle taugen kaum für akute Krisen, sondern
vornehmlich für den ökonomischen Normalfall. Das hat der Berliner
Wirtschaftsforscher Klaus Zimmermann jetzt freimütig eingeräumt.
Konkrete Zahlen zur Schrumpfung des Bruttosozialprodukts, die zuhauf
durch die Landschaft geistern, sind deshalb schlicht
Kaffeesatzleserei.
Dieser Umstand mindert keineswegs den Druck für ein zweites
Konjunkturpaket. Handeln ist immer besser, als sich durch düstere
Prognosen lähmen zu lassen. Originaltext: Lausitzer Rundschau Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/47069 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_47069.rss2 Pressekontakt: Lausitzer Rundschau Telefon: 0355/481231 Fax: 0355/481247 lr@lr-online.de 290662 |
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