Lausitzer Rundschau: Spektakulärer Rückzug der Zumwinkel-Anklägerin Schlechter Beigeschmack |
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| (17.12.2008) (ots) - Die Querelen in der nordrhein-westfälischen
Staatsanwaltschaft, die jetzt zur Ablösung der mit dem Steuerbetrug
des früheren Post-Chefs Zumwinkel befassten Anklagevertreterin
geführt haben, sind für Außenstehende zunächst nur schwer
nachvollziehbar. Aber sie bestärken den Verdacht, dass das Arbeiten
in bundesdeutschen Strafverfolgungsbehörden viel zu sehr eine Art
Insidergeschäft geworden ist. Dieses lässt einerseits die nötige
Transparenz vermissen. Andererseits kümmert sich die Behörde offenbar
wenig darum, wie dieses Treiben der Öffentlichkeit zu vermitteln
wäre. Es gibt ähnliche, teilweise noch beunruhigendere Berichte über
das Innenleben der hessischen Steuerfahndung.
In allen Fällen geht es um die Behandlung der Gesetzesverstöße
prominenter und wohlhabender Bürger, in denen auch regelmäßig hohe
Geldstrafen zur Diskussion stehen. Fahnder und Ankläger unterstehen
im Gegensatz zur Richterschaft aus gutem Grund politischer Kontrolle.
Die soll garantieren, das rechtsstaatliche Grundsätze wie
Gleichbehandlung und Fairness greifen. Der Anspruch der Gesellschaft
auf für jeden nachvollziehbare Sanktionen ist einer der Grundpfeiler
für die Akzeptanz unseres Rechtssystems. Die öffentliche
Schlammschlacht um die internen Querelen in Bochum, die erstaunlichen
Berichte über den Streit um die Verwendung von Millionenbußen, die
jetzt bekannt werden, verlangen dringend nach einer politischen
Debatte.
Andernfalls kommt beim Bürger immer stärker der Verdacht auf, dass
in bestimmten Strafverfahren besondere Regeln gelten.
Die Auseinandersetzungen an der Ruhr, aber auch einige der Urteile
der letzten Monate, etwa im Verfahren gegen Peter Hartz oder
Siemens-Manager hinterlassen vor diesem Hintergrund einen schlechten
Beigeschmack. Originaltext: Lausitzer Rundschau Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/47069 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_47069.rss2 Pressekontakt: Lausitzer Rundschau Telefon: 0355/481231 Fax: 0355/481247 lr@lr-online.de 290917 |
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