Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau Kommentar zum Gasstreit

(06.01.2009) (ots) - Bittere Lehre

RALF ARENZ zum Gasstreit

Bei bitterer Kälte führt der Gasstreit zwischen Russ land und der Ukraine uns vor Augen, wie abhängig wir von Energieimporten sind. Von ei nem Tag auf den anderen kommt auch in Deutschland nichts mehr aus der Pipeline, wenn Russland der Ukraine den Gashahn zudreht.

Natürlich gehen nicht gleich die Heizungen aus. Russisches Gas, das über die Ukraine transportiert wird, deckt nur et wa ein Viertel des Bedarfs. Au ßerdem sorgen gigantische Speicher dafür, dass die fehlen de Mengen auch über Monate ersetzt werden können.

Dennoch gilt es dringend Leh ren zu ziehen, zumal Gas auf dem Wärmemarkt einen bei spiellosen Siegeszug hinter sich hat. Die meisten neuen Heizungen in Deutschland wer den etwa mit Gas befeuert. Und zuletzt sind auch neue Gaskraftwerke zur Stromerzeu gung entstanden, so dass sich die Abhängigkeit der Bundesre publik von den Gasimporten noch verstärken.

Beim Energiemix gilt es neben Wirtschaftlichkeit und Umwelt schutz auf die Versorgungssi cherheit zu achten. Nur eine Hand voll Gaslieferanten gibt es derzeit für Westeuropa. Von ih nen sind die Importeure des halb noch abhängiger als von den Ölförderern. Da dürfte es auch immer schwerer werden, einem Preisdiktat Paroli zu bie ten. Außerdem kommt Gas nur durch wenige Pipelines zu uns.

Neue Leitungen könnten die Abhängigkeit verringern. Eine Ostseepipeline würde Deutsch land etwa aus dem Streit zwi schen dem Förderer Russland und dem Transporteur Ukraine heraushalten. Eine Leitung von der Türkei nach Österreich könnte ebenso den Weg für neue Anbieter ebnen wie ein Flüssiggas-Terminal an der Nordsee. Das ist zwar teuer, stärkt aber langfristig die Po sition in Preisverhandlungen.

Letztlich müssen wir aber weg von den fossilen Energi en. Schnell umsetzen lassen sich Einsparungen etwa Gebäu desanierung. Und sie bieten großes Potenzial. Durch effizi entere Heizanlage lässt sich der Verbrauch an fossiler Ener gie um 12 Prozent reduzieren.

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Pressekontakt: Kölnische Rundschau Jost Springensguth print@kr-redaktion.de

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