Deutsche Marine - Pressemeldung/ Pressetermin: "Donau" und "Bad Bevensen" verlegen zum NATO-Verband ins Mittelmeer - Weiterhin unter deutscher Führung

(12.01.2009) (ots) -



- Querverweis: Bildmaterial ist abrufbar unter http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=obs -

Kiel - Zu einer sechsmonatigen Einsatzfahrt laufen am kommenden Donnerstag, 15. Januar 2009, um 10 Uhr, das Versorgungsschiff "Donau" und das Minenjagdboot "Bad Bevensen" aus dem Marinestützpunkt Kiel aus. Die beiden Marineschiffe werden gemeinsam mit vier Schiffen aus Italien, Spanien, Griechenland und der Türkei bis zum Juni die "Standing NATO Mine Countermeasures Group 2 (SNMCMG 2)" bilden. Dabei handelt es sich um einen ständigen Minensuchverband der NATO, der vornehmlich im Mittelmeer patrouilliert. Seit Juni des vergangenen Jahres steht der Verband unter deutschem Kommando. Kommandeur ist der 40 Jahre alte Fregattenkapitän Marcus Paetsch, zuvor war es ein halbes Jahr lang Fregattenkapitän Eike Tammen. An Bord der beiden Marineschiffe befinden sich 94 Soldaten, darunter sechs Frauen. Die Rückkehr ist für den 20. Juni während der Kieler Woche geplant. "Wir haben uns hart auf diesen Einsatz vorbereitet. Alle Besatzungsmitglieder freuen sich jetzt auf diese Fahrt, um zu zeigen, dass wir das können", sagt der Kommandant der "Bad Bevensen", Kapitänleutnant Christian Meister (31). Seit Mitte September seien zahlreiche Fahrten auf der Ostsee unternommen worden - mit vielen Überstunden für die Besatzung. Meister: "Wir sind Seefahrer. Wir wollen zur See fahren - und die Fahrt in wärmere Gefilde mit den dortigen interessanten Auslandshäfen ist für uns schon etwas besonderes."

Kommandeur ist erfahrener Minenjagdoffizier

Der Kommandeur des NATO-Verbandes, Fregattenkapitän Marcus Paetsch, wird sich auf seinem Führungsschiff der "Donau" aufhalten. Er sagt: "Der NATO-Minensuchverband ist bereits unter Führung meines Vorgängers von der NATO zertifiziert worden. Das heißt, wir sind einsatzbereit. Mein Ziel ist es, die Einsatzfähigkeit und Schlagkraft in den kommenden sechs Monaten aufrecht zu erhalten.". Vor seiner Ernennung zum Kommandeur des ständigen NATO-Verbandes war der studierte Staats- und Sozialwissenschaftler Paetsch Dozent an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. In seiner Marinelaufbahn fuhr er bereits als Wachoffizier auf Minensuchbooten. Von 1999 bis 2001 war der gebürtige Soester Kommandant des Minenjagdbootes "Weilheim". In den Jahren 2004 und 2005 war er stellvertretender Kommandeur des 3. Minensuchgeschwaders aus Kiel. Die bevorstehende Zeit der Trennung von der Familie fällt dem Marineoffizier trotz seiner langjährigen Routine als Seeoffizier nicht leicht. Er sagt: "Ich werde meine Frau und meine beiden Kinder im Alter von vier und sieben Jahren sicherlich sehr vermissen. Trotzdem freue ich mich auf die interessante und herausfordernde Tätigkeit." Zu den Auslandshäfen gehören während der sechsmonatigen Fahrt unter anderem Rota, Catania, Izmir und Napoli. Auch die Besatzungen der "Donau" und "Bad Bevensen" werden im April mit einem Familienbesuch rechnen können, so Kapitänleutnant Christian Meister. "Darauf freuen wir uns alle", sagt der gebürtige Hesse.

Junger Familienvater bleibt in Deutschland - Popeye kommt wie immer mit

Nicht mitfahren wird ein Stammbesatzungsmitglied der "Bad Bevensen". Ihm wurde ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art zu teil. "Am 17. Dezember wurde unser Navigationsmeister Vater. Ihm ist es jetzt sehr wichtig, bei seiner kleinen Familie zu sein. Deshalb bleibt er in Deutschland und wir haben aufgrund der planbaren Situation einen Ersatz-Navigationsmeister an Bord genommen. Das ist völlig in Ordnung. Als Familienvater von zwei Kindern konnte ich den Wunsch meines Soldaten nachvollziehen und wir haben ihm das ermöglicht", sagt Meister. Dafür fährt auf der "Bad Bevensen" wie immer ein altes Stammbesatzungsmitglied mit: Maskottchen Popeye - der überstarke Matrose, der nach dem Essen von Spinat eine Mine zertrümmert. Als Comic-Figur ist er an der Brücke des Minenjagdbootes als Glücksbringer befestigt..

"Donau" ist aus Rostock-Warnemünde dabei

Das Führungsschiff, der Versorger "Donau", stammt nicht aus Kiel, sondern vom 1. Korvettengeschwader aus Rostock-Warnemünde. Die "Donau" steht unter dem Kommando von Kapitänleutnant Steffen Borchert aus Rostock. Der 34-jährige Marineoffizier ist erstmals im Auftrag der NATO unterwegs, "deshalb ist die Fahrt für mich etwas besonderes", sagt er. Die "Donau" hat rund 700 Kubikmeter Dieselkraftstoff geladen - damit könnten rund 9.500 Personenkraftfahrzeuge vollgetankt werden. Außerdem sind Frischwasser und andere Versorgungsgüter an Bord, um die anderen Einheiten in See versorgen zu können.

Minensuchverband schützt Meerengen mit sechs Schiffen aus fünf Nationen

Seit dem 11. Juni vergangenen Jahres wurde der NATO-Minensuchverband vom deutschen Fregattenkapitän Eike Tammen geführt. Er übergab das Kommando während der zurückliegenden Weihnachtspause an Paetsch. Mit Tammen kehrten vor Weihnachten der Tender "Rhein" und das Minenjagdboot "Dillingen" von einer sechsmonatigen Einsatzfahrt mit der SNMCMG 2 zurück. Sie werden nun von "Donau" und "Bad Bevensen" abgelöst. Tammen übernimmt nun Aufgaben im Flottenkommando - dem Marinehauptquartier der Deutschen Marine - in Glücksburg. Der ständige Minensuchverband der NATO im Mittelmeer - englisch: Standing NATO Mine Countermeasures Group 2 (SNMCMG 2) - ist einer von vier bestehenden ständigen Verbänden des nordatlantischen Verteidigungsbündnisses (NATO). Schiffe und Boote verschiedener NATO-Staaten werden hierzu für einige Monate zusammengestellt, um gemeinsam im Mittelmeer und den angrenzenden Seegebieten zu operieren. Am laufenden Einsatz beteiligen sich Italien, Spanien, Griechenland und die Türkei mit je einem Schiff, die Deutschen mit zwei Schiffen. Der Verband hält sich im Mittelmeer in ständiger Einsatzbereitschaft und übt gemeinsam die Minenabwehr. Auf Anforderung des NATO-Rates kann der Verband jederzeit in einen Einsatz entsandt werden, um zum Beispiel Meerengen von Minen zu befreien. Im März dieses Jahres wirkt der NATO-Verband in einem großen Marinemanöver unter dem Namen "Loyal Mariner" vor der italienischen Küste mit.

Autor: Detlef Struckhof, Presse- und Informationszentrum Marine Fotos: Deutsche Marine

Weitere Informationen rund um die Marineeinsätze und das oben genannte Thema finden Sie in unserem Internetportal www.marine.de.

Wichtige Hinweise für die Presse: Die Presse ist zum Auslaufen der "Donau" und der "Bad Bevensen" herzlich eingeladen. Das Marinemusikkorps Ostsee sorgt für eine musikalische Untermalung der Zeremonie. Pressevertreter finden sich bitte am Donnerstag, 15. Januar 2009, um 9.30 Uhr am Haupttor des Marinestützpunkts Kiel, Schweriner Straße 17, 24106 Kiel ein. Dort übernimmt Hauptbootsmann Thomas Lerdo die Betreuung der Pressevertreter. Journalisten werden gebeten, sich mit dem beigefügten Akkreditierungsformular bis zum Mittwoch, 14. Januar 2009, um 13 Uhr per Telefax anzumelden. Rückfragen direkt an Hauptbootsmann Thomas Lerdo, Telefon: 04 31 - 3 84 - 14 11, Telefax: 04 31 - 3 84 - 14 12.

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Pressekontakt: Presse- und Informationszentrum Marine Außenstelle Kiel Hauptbootsmann Thomas Lerdo Telefon: 04 31 - 3 84 - 14 11 Fotoredaktion Marine: 0 46 31 - 6 66 - 44 32

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