Eigenheim

(17.02.2009)

Vielleicht erinnert der eine oder andere auch aus seeligen Kindertagen, wie man sich vor dem Versicherungs- oder Staubsaugerverteter, den Mutti schon durch das Küchenfenster gesichtet hatte, verstecken musste. Heute ist es da deutlich einfacher: der Versicherungsvertreter ruft gelegentlich an, schickt unverlangte Unterlagen oder bombardiert seine Kunden mit Mailings. Nicht einmal Knackis in einer Jugendvollzugsanstalt haben heute Ruhe vor diesen Pestbeulen!

Eine namhafte Versicherung machte sich kürzlich lächerlich, als sie einem Knacki, der in Uelzen einsaß, zu seiner schönen neuen Wohnung gratulierte! Der junge Mann hatte zuvor die Wohnungen anderer ausgeplündert und war dafür in die Zelle gewandert. Das Schreiben der Versicherung an ihn wurde allerdings am Amtsgericht des Nachbarortes geöffnet, denn bekanntermaßen dürfen Sträflinge keine ungeprüfte Post erhalten. Die Briefe könnten ja Ausbruchsversuche oder Aufrufe zur Meuterei beinhalten! Die verdatterten Beamten lasen in dem Schreiben, dass der Sträfling ja nun seine eigenen vier Wände bezogen und sich damit einen lang gehegten Traum erfüllt habe. Nun sei bestimmt eine Hausratsversicherung angesagt, denn man müsse sein Hab und Gut ja schützen. Hallo, geht’s noch?! Wie viel Beitrag veranschlagen Sie denn für den Schutz einer Pritsche und eines Klos?!

Natürlich redet sich die Allianz raus: der Vertreter habe die Adresse des Gefängnisses nicht gekannt. Ja, eben deshalb haben wir uns als Kinder versteckt, wenn Mutti das so wollte! Auf gar keinen Fall wollten wir an jedem Ort der Welt für unsere Versicherungsvertreter erreichbar sein, damit die uns noch eine Versicherung aufschwatzen.



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Eingestellt von Maik S.
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