Pfennigfuchser |
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| (31.03.2009) Göttingen hat so viele Arbeitslose wie viele andere Städte in Deutschland – und diese Tatsache erlaubt es Ämtern und Richtern, heute hart durchzugreifen, um vermeintliche Angriffe auf den Sozialstaat anzuprangern. Da werden Verkäuferinnen wegen zweier verschwundener Pfandbons im Wert von 1,29 geschasst oder ein Hartz IV Empfänger wegen Bettelns um einen Teil seiner Stütze gebracht! Der zweite Fall ereignete sich erst kürzlich in Göttingen. Michael H. hatte in der Göttinger Innenstadt mit seinem Hund gesessen und glatte 1,40 Euro erbettelt, als ein Mitarbeiter des Sozialamtes ihn ertappte. H. hatte auf diese Weise bereits mehrere Wochen einen kleinen Zuverdienst erbettelt und sich nichts dabei gedacht. Beim zweiten Blick in die Dose sah der Sozialamtsangestellte 6 Euro - und das reichte dem Mann. Er verfasste einen Brief an H. und erläuterte:“ Aufgrund ihrer geänderten wirtschaftlichen Verhältnisse habe ich Ihre Leistungen neu berechnet.“ Nach Berechnung der erbettelten Bezüge kürzte er die Sozialleistungen um einen geschätzten Betrag von 120 Euro. Nun muss der Arbeitslose den Rest zu den Sozialleitungen erbetteln, sonst sieht er finanziell alt aus! Michael H. versteht die Welt nicht mehr. Er wollte das Geld nicht für sich, sondern plante, seinen Zwillingen neue Schuhe zu kaufen oder mal mit ihnen ins Kino zu gehen. Auf einen Einspruch hin reduzierte das Amt zwar die Kürzung um 75 Euro, beruft sich aber weiterhin auf die Gesetze. Immerhin sind auch in Göttingen die Botanischen Gärten kostenfrei zugänglich und der Anblick alter Kirchen oder des historischen Fachwerkhauses Junkernschänke ohne Eintrittsgelder möglich. Man muss beim Bummel durch die Straßen eines Ortes wohl zukünftig zusehen, dass man kein Geld verliert – denn wenn ein Arbeitsloser es finden würde und man erwischte ihn, würde er dadurch ärmer, nicht reicher! 305789 Eingestellt von Maik S. |
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