Studie aus Großbritannien sorgt für Irritation / Warum der Stützstrumpf kein Kompressionsstrumpf und der Thromboseprophylaxestrumpf nicht weg zu denken ist

(15.06.2009) (ots) -



Eine Studie (1) aus Großbritannien veröffentlicht in der Zeitschrift "The Lancet" verwirrt derzeit die Medien. Die Studienergebnisse sagen, dass so genannte Thromboseprophylaxestrümpfe bei Schlaganfallpatienten nicht die erwünschte Wirkung haben. Statt sich durchgängig und korrekterweise auf diese Antithrombosestrümpfe zu beziehen, werden diese mit medizinischen Kompressionsstrümpfen und Stützstrümpfen "über einen Kamm" geschoren. Die Unterscheidung von Kompressionsstrümpfen, Thromboseprophylaxestrümpfen und Stützstrümpfen ist unerlässlich, da alle drei Produkte in ihrer Wirkungsweise und in ihren Einsatzgebieten voneinander abweichen.

Thromboseprophylaxe im Krankenhaus

In der aktuell diskutierten Studie geht es um so genannte Thromboseprophylaxestrümpfe. Sie bezieht sich ausschließlich auf Schlaganfallpatienten. Der weiße Liegestrumpf (z. B. mediven thrombexin) mit genau definiertem Druckverlauf am Bein ist im Krankenhaus für bettlägerige Menschen nach einer OP - und ganz besonders bei venöser Vorbelastung - in der Thromboseprophylaxe nicht weg zu denken: Eine Kombination von medikamentöser und physikalischer Therapie scheint im Hinblick auf die Ursachenentstehung von Thrombosen sinnvoll zu sein. Es konnte in zahlreichen Studien (2) belegt werden, dass z. B. die subkutan (unter die Haut) verabreichte Injektion von Heparin in Kombination mit medizinischen Thromboseprophylaxestrümpfen zu einer deutlich verminderten Thromboemboliehäufigkeit geführt hat.

Gesunder Druck am Bein: medizinische Kompressionsstrümpfe

Zur Thromboseprophylaxe bei bettlägerigen Patienten werden medizinische Kompressionsstrümpfe nicht verwendet. Sie sind die Basistherapie bei Venenleiden und bei Erkrankungen des Lymphgefäßsystems (z. B. mediven). Sie werden vom Arzt verordnet und im Sanitätshaus angemessen. Die Kompression im Strumpf ist durch so genannte Kompressionsklassen genau definiert. Ihre Wirkung erzielen sie vor allem, wenn die Patienten ihre Beinmuskulatur aktiv bewegen. Durch den gezielten Druckverlauf, der von der Fessel in Richtung Herzen abnimmt, verringert sich der Durchmesser der zuvor erweiterten Beinvenen. Die Venenklappen schließen wieder, das Blut fließt besser zum Herzen. Medizinische Kompressionsstrümpfe werden bei Notwendigkeit vom Arzt verordnet und im medizinischen Fachhandel (z. B. Sanitätshaus) angepasst: Die Beinumfänge des Anwenders werden an mehreren Stellen gemessen, sodass der Kompressionsstrumpf exakt auf dessen Anatomie abgestimmt ist. Heutige Kompressionsstrümpfe sind aus atmungsaktiven, angenehmen und hautfreundlichen Materialien hergestellt. Die entsprechende Hauptpflege (z. B. medi day und medi night) beruhigt die gestresste Haut von Venenpatienten.

medi travel - erster klinisch getesteter Reisestrumpf

Das ist auch das Prinzip des Reisestrumpfes medi travel für Venengesunde. Hierbei handelt es sich um den ersten Reisestrumpf, dessen medizinische Wirksamkeit 2001 mittels einer Studie (3) (ebenfalls erschienen in "Lancet") klinisch getestet wurde: Erstmals wurde die Effektivität des Tragens von Kompressionsstrümpfen zur Vorbeugung des Economy-Class-Syndroms auf Langstreckenflügen durch eine klinische Studie nachgewiesen. Von über 200 Probanden erlitt keiner der Strumpfträger eine tiefe Venenthrombose, zehn Prozent der Teilnehmer ohne Reisestrumpf entwickelten hingegen nach dem Flug eine asymptomatische tiefe Venenthrombose im Unterschenkel.

Stützstrümpfe: In der Regel kein kontrollierter Druckverlauf am Bein

Ein Stützstrumpf dagegen hat in der Regel keinen kontrolliert abnehmenden Druckverlauf. Dies kann dazu führen, dass dennoch Blut in den Beinen versackt und sich trotzdem Venenerkrankungen einstellen oder keine Linderung der Beschwerden eintritt. Die Strumpfgröße wird in der Regel durch die Schuhgröße bestimmt. Stützstrümpfe sind nicht verordnungsfähig und eignen sich daher ausschließlich für venengesunde Menschen. Sie haben für den klinischen Bereich keinerlei Bedeutung.

Weitere Infos gibt es unter www.medi.de und http://www.medi.de/klinik-pflege.html

Quellen:

(1) http://www.presseportal.de/go2/thelancet (2) AWMF-Leitlinien-Register Nr. 003/001: Prophylaxe der venösen Thromboembolie (VTE); Stand 18. März 2009; Amaragiri SV, Lees TA. Elastic compression stockings for prevention of deep vein thrombosis.Cochrane Database Syst Rev 2000: CD001484. Wells PS, Lensing AW, Hirsh J. Graduated compression stockings in the prevention of postoperative venous thromboembolism. A meta-analysis. Arch Intern Med 1994; 154: 67-72. (3) http://www.presseportal.de/go2/medi.de/patient/produkte

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