Mindener Tageblatt: Kommentar zum Soldatentod in Afghanistan Unter Einsatz des Lebens |
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| (23.06.2009) (ots) - Von Christoph Pepper
Erneut sind in Afghanistan drei deutsche Soldaten auf tragische Weise
ums Leben gekommen. So bitter es klingt: Das war nur eine Frage der
Zeit. Noch bitterer: Es werden nach Lage der Dinge nicht die letzten
Bundeswehrsoldaten gewesen sein, die in diesem Krieg ihr Leben lassen
mussten.
Denn darum handelt es sich: um einen Krieg. Einen Krieg, in dem die
Nato verzweifelt versucht, eine Rückkehr des Taliban-Terrors nach
Afghanistan zu verhindern - im Interesse der Menschen des Landes, im
Interesse der immer instabileren Region und schließlich und vor allem
im Interesse der Nato-Länder selbst, die in der Tat auch ihre eigene
Sicherheit hier am Hindukusch verteidigen, unter Einsatz des Lebens
ihrer Soldaten.
Lange Zeit haben die Bundesregierung und der die Soldaten entsendende
Bundestag diesen klaren Sachverhalt nicht aussprechen wollen. Dass
Bundeswehrangehörige hier nicht nur bei Unfällen ums Leben kommen,
sondern im Kriegseinsatz sterben. Stattdessen wurde weichgezeichnet,
von Aufbau- und Entwicklungshilfeeinsätzen geredet, auf den ruhigen
Norden verwiesen, während die Nato-Partner aus anderen Ländern im
Süden starben. Diese Taktik hat mitnichten dazu geführt, den in der
deutschen Bevölkerung ohnehin vorhandenen Widerwillen gegen diesen
Einsatz zu verringern. Und sie hat die Taliban angespornt, diesen
Widerwillen mit möglichst vielen neuen Opfern zu bestärken.
Hat dieser Einsatz einen Sinn? Wer in der Politik diese immer wieder
neu zu stellende Frage mit guten Gründen bejaht, muss den Angehörigen
der Getöteten in die Augen sehen können und jedem einzelnen Mitglied
des gerade wieder wachsenden Kontingents am Hindukusch die
Bereitschaft abverlangen, sich ebenfalls täglich diesem Risiko
auszusetzen. Er muss dann aber auch für optimale
Einsatz-unterstützung sorgen.
Und er muss, vor allem, eine politische Perspektive für diesen Kampf
haben, die Aussicht auf Erfolg verspricht. Das Mantra der
Terrorbekämpfung reicht dafür inzwischen nicht mehr aus. Originaltext: Mindener Tageblatt Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/71694 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_71694.rss2 Pressekontakt: Mindener Tageblatt Christoph Pepper Telefon: (0571) 882-/-248 chp@mt-online.de 321761 |
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