RNZ: Rhein-Neckar-zeitung, Heidelberg, zu: Bauern

(01.07.2009) (ots) - Von den Landwirten geht im Moment eine gewisse Gereiztheit aus. Sie sind zwar nicht die einzige Berufsgruppe, die ihre Interessen offensiv vertritt, aber vielleicht die in den landwirtschaftlichen Regionen relevanteste - für CDU und CSU. in Stuttgart gab Angela Merkel zur Abwechslung mal wieder die "schwäbische Hausfrau". Das Wahlkampf-Pulver, um die Bauern friedlicher zu stimmen - ermäßigter Agrardiesel, Kredite zum Vorziehen der EU-Beihilfen - hatte die Koalition schon vor Wochen verschossen. Ein weiteres Konjunkturprogramm war nicht drin, nicht angesichts der neuen Schulden, aber auch nicht vor dem Hintergrund ihres 15-Milliarden-Steuerversprechens im Wahlprogramm. Aber die tieferen Probleme der Bauern lassen sich ohnehin nur durch Eingriffe in den verzerrten europäischen Agrarmarkt lösen. Das ist ein zähes Geschäft. Worum sie aber stärker kämpfen können, das sind die Köpfe Verbraucher. Die Deutschen sind reif für mehr Lebensmittelqualität. Mit dem Fraß aus Turbo-Mastbetrieben ist niemand gedient, den Bauern nicht und den Verbrauchern auch nicht.

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