Berliner Morgenpost: Afghanistan braucht mehr Soldaten - Leitartikel |
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| (02.07.2009) (ots) - In der afghanischen Provinz Helmand haben die
Amerikaner nun den größten Einsatz von US Marines seit der
Rückeroberung des irakischen Faludscha im Jahr 2004 begonnen. Die
4000 Marines gehören zu jenen insgesamt 21.000 Soldaten, die Barack
Obama zusätzlich an den Hindukusch abkommandiert hat. Sie sollen in
der von den Taliban gehaltenen Region die neue Strategie der
US-Regierung umsetzen. Die besteht aus drei Schritten: Erst sollen
die Taliban unter Vermeidung von Zivilopfern aus der Region
vertrieben werden. Dann gilt es, das Gebiet zu halten und auf dem
ganzen Territorium für Sicherheit zu sorgen, um den Wiederaufbau und
die Etablierung staatlicher Strukturen zu ermöglichen.
Gerade in der Region Helmand konnte man bisher beobachten, wie eine
zu geringe Zahl von Truppen eine falsche Strategie bedingte. Die
Briten hatten dort nie genug Soldaten und waren gezwungen, die Jagd
auf die Taliban von großen Militärbasen aus zu führen, unterstützt
von Luftbombardements. Die dabei zu beklagenden Zivilopfer machten
die Soldaten nicht gerade beliebter bei der Bevölkerung. Die litt
zudem darunter, dass die Briten nicht in der Lage waren, sie in der
Fläche dauerhaft vor den Taliban zu schützen.
An diesen Punkten setzt nun die veränderte US-Strategie an. Die vom
neuen Oberkommandierenden General Stanley McChrystal ausgegebenen
Einsatzregeln definieren den Rahmen für Luftunterstützung weit enger
als früher. Zudem wollen die Amerikaner überall in der Provinz kleine
Außenposten errichten, die im engen Kontakt mit der Bevölkerung
stehen und sofort zur Stelle sind, wenn Hilfe benötigt wird. "Wir
werden nicht zur Arbeit fahren. Wir werden zur Arbeit laufen", sagt
Lawrence D. Nicholson, Kommandierender einer Marines-Brigade, über
diese Form der Stationierung in kleinen Einheiten inmitten der
lokalen Bevölkerung.
Das ist eine der Lehren aus dem Irak: Nur wenn die Bevölkerung
glaubt, dass die Soldaten auch dauerhaft am Ort bleiben, gehen sie
das Risiko ein, sich gegen die Taliban zu stellen und die Truppen mit
wichtigen Informationen über die Schlupfwinkel der Extremisten zu
versorgen. Für die Region Helmand haben die Amerikaner genügend
Soldaten bereitgestellt. Aber insgesamt sind immer noch viel zu wenig
Nato-Truppen in Afghanistan, um dieses Konzept auch auf andere
umkämpfte Regionen anzuwenden. Sicherheit und Stabilität sind aber
die Grundvoraussetzungen für jeden zivilen Aufbau und für die
Stärkung staatlicher Strukturen, die von Dauer sind.
Helmand ist letztlich der Versuch, die neue Strategie der Amerikaner
zu testen. Schon zeichnen sich aber Probleme ab. Washington hatte
ursprünglich damit gerechnet, dass die afghanische Armee sich
zahlreicher an dieser Mission beteiligen würde. Und das amerikanische
Außenministerium tut sich ebenfalls schwer, die zugesagten
Aufbauhelfer für die Zeit nach der Vertreibung der Taliban
bereitzustellen. Das ist das grundsätzliche Problem in Afghanistan:
Bisher ist von allem zu wenig vorhanden, um dieses große Land
nachhaltig zu befrieden. Originaltext: Berliner Morgenpost Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/53614 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_53614.rss2 Pressekontakt: Berliner Morgenpost Chef vom Dienst Telefon: 030/2591-73650 bmcvd@axelspringer.de 323707 |
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LVZ: Kubicki: Union sieht in FDP nur einen Mehrheitsbeschaffer / Frontale Auseinandersetzung mit Unionspersonen und Positionen angekündigt (ots) - Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef, Wolfgang
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